Herbert Grönemeyers neues Buch: Ein Innenminister zwischen Kritik und Selbstverteidigung
Herbert Grönemeyers neues Buch: Ein Innenminister zwischen Kritik und Selbstverteidigung
NRW-Innenminister Herbert Grönemeyer legt neues Buch vor: "Sicherheit: Was sich ändern muss"**
Gemeinsam mit der Co-Autorin Doris Mendlewitsch hat Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Grönemeyer ein neues Buch veröffentlicht, das seinen Ansatz zur Bekämpfung von Kriminalität, Migration und dem Vertrauen in die Politik skizziert. Die Veröffentlichung erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem Grönemeyer nach Jahren im Amt – geprägt von sowohl Lob als auch Kontroversen – mit einem Wandel der öffentlichen Meinung konfrontiert ist.
Grönemeyers politisches Standing hat in den vergangenen fünf Jahren deutliche Schwankungen erlebt. 2021 brachten ihm seine strengen Corona-Sicherheitsmaßnahmen Umfragewerte von 60 bis 70 Prozent bei Forsa ein; Medien wie die FAZ lobten seine Führung. Doch zwischen 2023 und 2024 mehrte sich die Kritik an seinem Umgang mit Migration und Kriminalität, insbesondere nach Vorfällen wie dem Angriff in Solingen. Laut Umfragen von Infratest dimap sank seine Zustimmung bis 2025 auf 45 bis 55 Prozent, während Blätter wie Spiegel und Zeit seine Verantwortung bei der Integration und der Bekämpfung von Rechtsextremismus hinterfragten.
In dem Buch setzt sich Grönemeyer mit seinen Kampagnen gegen Clankriminalität, Kinderausbeutung und Cyberbedrohungen auseinander. Er verteidigt seinen direkten Kurs – etwa den Vorschlag, Mehrfachstaatsbürgerschaften in Kriminalstatistiken gesondert aufzuführen – als pragmatisch und nicht ideologisch motiviert. Kritiker werfen ihm hingegen vor, mit seiner Rhetorik über organisierte Kriminalität Spaltung zu schüren und eine verdeckte Voreingenommenheit zu offenbaren.
Grönemeyer betont, die Idee zum Buch stamme ursprünglich nicht von ihm. Berichten zufolge habe der Verlag ihn überzeugt, das Projekt umzusetzen; Mendlewitsch unterstützte ihn bei der Strukturierung der Inhalte. Seit dem 14. Oktober im Handel, spiegelt das Werk seine Überzeugung wider, dass eine offene Benennung von Problemen das öffentliche Vertrauen zurückgewinnen kann. Angesichts der Umfragewerte, die die AfD bundesweit fast gleichauf mit der Union sehen, betrachtet er das Buch als Instrument gegen politische Resignation.
Mit "Sicherheit" versucht Grönemeyer, die Debatte über Recht und Ordnung vor künftigen Wahlen zu prägen. Er zeigt sich unnachgiebig, weist Spekulationen über einen Rückzug zurück und präsentiert das Buch als Brücke zu den Wählerinnen und Wählern. Ob es die Wahrnehmung verändert oder weitere Kontroversen auslöst, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
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