VDI-Direktor fordert mehr Tempo bei Söders Technologieoffensive und neuem Forschungsministerium
Jakob WagnerVDI-Direktor fordert mehr Tempo bei Söders Technologieoffensive und neuem Forschungsministerium
Adrian Willig, Direktor des VDI, begrüßt Pläne für ein neues Forschungs-, Technologie- und Luftfahrtministerium
Adrian Willig, Direktor des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI), hat die Pläne für ein neues Bundesministerium für Forschung, Technologie und Luftfahrt begrüßt. Er bezeichnete den Schritt als „starkes Signal“ und eine „längst überfällige Maßnahme“. Die Ankündigung folgt auf das Versprechen von CSU-Chef Markus Söder, unter der künftigen Bundesregierung eine Technologieoffensive zu starten.
Willig äußerte jedoch auch Bedenken wegen fehlender Details im Koalitionsvertrag – insbesondere kritisierte er, dass das Wort „Ingenieur“ im gesamten Text keine Erwähnung findet.
Söders Technologieoffensive zielt darauf ab, Deutschlands Position in Schlüsseltechnologien der Zukunft zu stärken. Das neue Ministerium soll die Bereiche Forschung, Technologie und Luftfahrt unter einem Dach bündeln. Willig unterstützt den Plan, warnt aber, dass „mutige Worte durch konkrete Taten untermauert werden müssen“.
Er forderte die künftige Ministeriumsführung auf, zügig zu handeln – etwa mit einem Innovationsgipfel noch in den ersten Monaten. Längere interne Diskussionen würden wertvolle Zeit verschwenden, so Willig. Stattdessen schlug er vor, einen unabhängigen externen Expertenrat einzurichten, der die Regierung in ihrer Technologiestrategie berät.
Der VDI-Direktor betonte, dass hochqualifizierte Ingenieure und IT-Fachkräfte entscheidend für den Erfolg der Initiative seien. Zudem unterstützte er Forderungen, die Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf mindestens 3,5 Prozent des BIP zu erhöhen. Willigs Fokus liegt auf langfristigen Investitionen in Künstliche Intelligenz, QuantenTechnologien und andere zukunftsweisende Felder.
Obwohl er die Schwerpunktsetzung der Regierung auf Schlüsseltechnologien begrüßt, kritisierte er, dass der Koalitionsvertrag die Rolle der Ingenieure vernachlässige. Gerade ihr Fachwissen sei jedoch unverzichtbar, um aus Plänen Realität werden zu lassen.
Der Erfolg des neuen Ministeriums hängt von zügiger Umsetzung und nachhaltiger Finanzierung ab. Willigs Vorschläge umfassen einen Innovationsgipfel sowie einen externen Beraterkreis zur strategischen Ausrichtung. Ohne qualifizierte Fachkräfte und klare Ziele droht die Technologieoffensive jedoch, ihre Ambitionen zu verfehlen.






