Pflegenotstand in Mönchengladbach: Warum die Stadt an ihre Grenzen stößt

Admin User
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Zwei Frauen sitzen auf einer Couch und halten Babys, mit Kissen drumherum, vor einer weißen Wand, mit einem Schreibtisch, Büchern und einer Zimmerpflanze links daneben.

Pflegenotstand in Mönchengladbach: Warum die Stadt an ihre Grenzen stößt

Nachrichten aus Berlin und Mönchengladbach: Pflegebedarf steigt in Nordrhein-Westfalen stark an – in Düsseldorf ist bereits jeder Zehnte auf Langzeitbetreuung angewiesen

In Mönchengladbach ist die Situation noch angespannter, was auch mit der industriellen Vergangenheit der Stadt zusammenhängt. Kommunale Verantwortliche und Pflegeeinrichtungen drängen nun auf neue Lösungen, um Personalmangel und wachsende Bedarfe zu bewältigen.

Die Pflegekrise in Mönchengladbach hat tiefe Wurzeln. Die Arbeitertradition der Stadt, geprägt durch die Textilindustrie, hinterließ eine höhere Pflegeabhängigkeit. Fast 90 Prozent der Hilfsbedürftigen werden zu Hause versorgt, doch bis 2050 könnte der Bedarf um ein Drittel steigen.

Pflegeheime kommen kaum noch nach. Die Caritas-Einrichtung in Holt hat lange Wartelisten und kann offene Stellen nicht besetzen. Bewohner springen wegen Personalmangels sogar bei einfachen Aufgaben ein. Zwei neue Fachkräfte aus den Philippinen wurden kürzlich eingestellt, doch die Lücken bleiben. Die Rekrutierungsbemühungen werden ausgeweitet: Europersonal wirbt im Ausland für Pflegekräfte in Mönchengladbach, während pflegehilfe-senioren.de über Partneragenturen und mehr als 20.000 Betreuungskräfte – viele davon vermutlich aus dem Ausland – rund um die Uhr Unterstützung anbietet. Auch Düsseldorfer Heime holen Fachpersonal aus dem Ausland. Helmut Wallrafen, ein lokaler Fürsprecher, fordert mehr Unterstützung für Angehörige und eine bessere Abstimmung zwischen bezahltem Personal und Ehrenamtlichen. Sein Ziel: eine pflegenahere Versorgung im Stadtteil, die professionelle Dienstleistungen mit Nachbarschaftshilfe verbindet.

Das Pflegesystem der Region steht unter Druck. Heime setzen auf ausländische Fachkräfte und die Mithilfe von Bewohnern, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Angesichts steigender Nachfrage hoffen Träger und Verantwortliche auf lokale Netzwerke und internationale Rekrutierung, um die Versorgungslücken zu schließen. Ohne weitere Reformen dürften Personalengpässe und Wartelisten jedoch bestehen bleiben.