Hambacher Loch wird Deutschlands tiefster See – doch die Kritik bleibt
Jakob WagnerHambacher Loch wird Deutschlands tiefster See – doch die Kritik bleibt
Energiekonzern RWE verwandelt das ehemalige Tagebaugebiet Hambach in Deutschlands tiefsten See. Fertig gestellt, wird das Gewässer eine Fläche von 42 Quadratkilometern einnehmen und bis zu 365 Meter unter die Oberfläche reichen. Kritiker äußern jedoch seit Beginn Bedenken hinsichtlich der ökologischen Folgen des Projekts.
Die Umwandlung des Tagebaus Hambach in einen See soll 2030 beginnen, wobei das Wasser aus dem Rhein entnommen wird. Über ein 45 Kilometer langes Rohrsystem von Elsdorf aus werden bis zu 18.000 Liter pro Sekunde in die Grube geleitet. Bis 2033 soll etwa ein Drittel der späteren Seetiefe gefüllt sein.
Bis 2040 wird die Wasseroberfläche 1.200 Hektar umfassen, wobei die tiefste Stelle 200 Meter erreichen wird. Das Endvolumen von 3,6 Milliarden Kubikmetern wird voraussichtlich erst um 2080 erreicht. Bei voller Tiefe wird der See den Bodensee, der mit 251,4 Metern aktuell der tiefste Deutschlands ist, um über 100 Meter übertreffen.
Der BUND Naturschutzverband kritisiert die Pläne, unaufbereitetes Rheinwasser zu nutzen. Die Organisation warnt vor chemischen und pharmazeutischen Rückständen, die in den neuen See gelangen könnten. Die Umweltschützer fordern eine Filterung des Wassers, bevor es in den ehemaligen Tagebau gepumpt wird.
Der künftige See wird tiefer sein als jeder andere in Deutschland. Die Befüllung wird Jahrzehnte dauern, wobei die Endtiefe von 365 Metern erst gegen Ende des 21. Jahrhunderts erwartet wird. Umweltverbände setzen sich weiterhin für strengere Kontrollen der Wasserqualität ein, bevor der Prozess beginnt.






