Frankfurts Europaturm bleibt für immer geschlossen – wer trägt die Schuld?

Admin User
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Gebäude links, Himmel oben, Antennen rechts.

Frankfurts Europaturm bleibt für immer geschlossen – wer trägt die Schuld?

Frankfurts Wahrzeichen Europaturm – bekannt als Ginnheimer Spargel – bleibt wohl für immer geschlossen. Der 338 Meter hohe Turm steht seit 1999 ungenutzt, und fehlende Finanzmittel haben nun alle Hoffnungen auf eine Wiedereröffnung zunichtegemacht. Als letzte Hürden nennen Behörden den Wegfall bundesweiter Fördergelder sowie ungelöste Streitigkeiten zwischen der Stadt Frankfurt und dem Bundesland Hessen über die Kostenverteilung.

Das Schicksal des Turms besiegelte sich, als die Bundesförderung auslief, ohne dass sich Frankfurt und Hessen auf eine Finanzierungsvereinbarung einigen konnten. Die Bundesregierung hatte angeboten, die Hälfte der 50 Millionen Euro teuren Sanierung zu übernehmen – allerdings nur unter der Bedingung, dass Stadt und Land die andere Hälfte gemeinsam tragen. Die Verhandlungen scheiterten, sodass das Projekt ohne die notwendigen Mittel blieb.

Ursprünglich für die Deutsche Bundespost errichtet, verfügte der Europaturm einst über Aussichtsplattformen und ein Restaurant. Doch veränderte Methoden der Signalverbreitung und strengere Sicherheitsvorschriften machten solche Türme zunehmend unwirtschaftlich. Ohne zahlende Mieter erwirtschaftet die Konstruktion keine Einnahmen, was die finanzielle Belastung zusätzlich verschärft.

In ganz Deutschland kämpfen viele Fernmeldetürme mit ähnlichen Problemen. Nur noch vier – in Berlin, Düsseldorf, Dortmund und Stuttgart – sind für Besucher zugänglich, während der Münchner Turm aktuell saniert wird, bevor er wieder öffnet. Dagegen stehen in Hamburg und Dresden die eigenen Restaurierungsarbeiten kurz vor dem Abschluss, unterstützt durch Bundesmittel.

Die Schließung des Europaturms spiegelt die größeren Herausforderungen bei der Erhaltung alternder Infrastruktur wider. Ohne klaren Eigentümer und ohne Finanzierungslösung ist die Zukunft des Turms als öffentliche Sehenswürdigkeit beendet. Andere Städte haben Wege gefunden, ihre Türme wiederzubeleben – Frankfurts einst beliebte Attraktion bleibt hingegen dauerhaft geschlossen.