02 May 2026, 18:14

Brasiliens umstrittene Öl-Auktion im Amazonas löst internationale Empörung aus

Eine bunte Karte von Brasilien mit hervorgehobenen Provinzen, die die Amazonas-Region auf der linken Seite zeigt.

Brasiliens umstrittene Öl-Auktion im Amazonas löst internationale Empörung aus

Brasiliens staatliche Ölbehörde versteigerte am 17. Juni 2025 in einer umstrittenen Auktion 172 Erdöl- und Erdgas-Erkundungsblöcke – trotz massiver Kritik an Menschenrechtsverstößen und Klimazielen

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Die vom Staat kontrollierte Regulierungsbehörde für Erdöl, Erdgas und Biokraftstoffe (ANP) setzte die Versteigerung trotz rechtlicher Bedenken durch. Die Bundesstaatsanwaltschaft Brasiliens hatte zuvor einen Eilantrag eingereicht und auf Verfahrensmängel sowie fehlende Umweltverträglichkeitsprüfungen hingewiesen. Besonders brisant: Vor dem Verkauf wurde keine Umweltbewertung der Sedimentgebiete (AAAS) vorgelegt – ein schwerwiegendes Versäumnis bei der Kontrolle.

Von den 172 angebotenen Blöcken lagen 68 in der Amazonas-Region, davon 47 in der ökologisch hochsensiblen Mündungszone des Amazonas. Multinationale Konzerne wie Chevron, CNPC, ExxonMobil und der staatliche brasilianische Energieriese Petrobras sicherten sich die Rechte an 19 Blöcken – insgesamt 16.312 Quadratkilometer Meeresgebiet. Die Versteigerung erfolgte ohne vorherige Konsultation der betroffenen indigenen und traditionellen Gemeinschaften, was gegen die ILO-Konvention 169 verstößt.

Schwere Vorwürfe: Zerstörung, Klimabruch und Vertreibung Indigene Führer:innen und Umweltschutzorganisationen verurteilten die Auktion scharf. Jonas Mura, Häuptling des Mura-Volkes, warnte vor verheerenden Folgen: „Das wird Verderben, Verschmutzung und Krankheiten in unsere Region bringen.“ Gisela Hurtado von der NGO Stand.earth kritisierte, das Vorgehen untergrabe das Pariser Klimaabkommen und bedrohe indigene Territorien. Besonders zynisch wirke die Auktion angesichts Brasiliens Rolle als Gastgeber der UN-Klimakonferenz COP30 im November 2025 – die Klimaführerschaft des Landes stehe damit infrage.

Energiewende vs. Fossilboom: Brasiliens widersprüchliche Politik Die Versteigerung verschärft die Debatte über die Energiepolitik Brasiliens. Umweltaktivist:innen betonen, sie stehe im Widerspruch zu Versprechen, den Amazonas zu schützen und auf erneuerbare Energien umzustellen. Mit den nun vergebenen Explorationsrechten für internationale Konzerne bleiben die langfristigen Folgen für die Region ungewiss – ökologisch wie sozial.

Quelle