Solingen rutscht im Standortranking ab – trotz starker Mittelständler und Marktführer
Julian SchmitzSolingen rutscht im Standortranking ab – trotz starker Mittelständler und Marktführer
Solingen ist im aktuellen Standortranking von Die Deutsche Wirtschaft um drei Plätze abgerutscht. Die Stadt liegt nun auf Rang 72 – ein Rückgang gegenüber Platz 69 in der vorherigen Ausgabe. Trotz des Abstiegs bleibt Solingen Sitz einer beachtlichen Zahl erfolgreicher mittelständischer Unternehmen.
Das Ranking zeigt Stärken und Schwächen der Stadt auf. Solingen beherbergt 23 der 10.000 umsatzstärksten Mittelständler Deutschlands und belegt damit bundesweit Platz 49. Zudem sind hier drei weltweite Marktführer sowie drei Unternehmen aus Zukunftsbranchen ansässig.
Infrastruktur, Arbeitsmarkt und Verwaltung erhielten in Solingen eine Bewertung von 3,4 von 5 Punkten. Die Bemühungen um die wirtschaftliche Entwicklung wurden als „befriedigend“ eingestuft. Deutlich schlechter schnitt jedoch die Lebensqualität ab: Sie erreichte nur 1,9 von 5 Punkten.
Die FDP-Fraktion kritisiert das Fehlen eines Wirtschaftsentwicklungsplans. Sie schlägt vor, Baugenehmigungen zu beschleunigen und Verwaltungsprozesse zu digitalisieren, um Unternehmen zu entlasten. Um Fachkräfte zu gewinnen, regt sie zudem eine Verbesserung der familienfreundlichen Infrastruktur an – etwa durch mehr Kinderbetreuungsplätze und Nachmittagsangebote in Schulen – und will die Lebensqualität als Standortvorteil stärker nutzen.
Der Rückgang Solingens im Ranking spiegelt gemischte Wirtschaftssignale wider. Zwar bleibt die Unternehmensdichte hoch, doch Bereiche wie Verwaltung und Lebensqualität erfordern mehr Aufmerksamkeit. Die Vorschläge der FDP zielen darauf ab, diese Defizite zu beheben und die Wettbewerbsfähigkeit der Stadt zu stärken.
