10.000 Krankenhausmitarbeiter protestieren in Düsseldorf für faire Löhne und bessere Finanzierung
Lukas Richter10.000 Krankenhausmitarbeiter protestieren in Düsseldorf für faire Löhne und bessere Finanzierung
Rund 10.000 Krankenhausmitarbeiter versammelten sich am 20. September 2023 vor dem Landtag in Düsseldorf. Sie forderten bessere Finanzierung und faire Löhne und warfen der Bundesregierung vor, die steigenden Kosten der Krankenhäuser nicht ausreichend abzufedern. Organisiert wurde die Demonstration vom Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW).
Beschäftigte der Kplus-Gruppe aus den Standorten Haan, Hilden, Leverkusen und Solingen beteiligten sich an der Kundgebung. Auch vor dem St.-Josef-Krankenhaus in Haan und der St.-Lukas-Klinik in Solingen gab es ähnliche Proteste. Ihre Botschaft an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach war unmissverständlich: „Die beste Medizin: ordentliche Finanzierung.“
Die Demonstranten verlangten eine nachhaltige Finanzierung, um die Inflation auszugleichen, sowie eine Lohnerhöhung von zehn Prozent für das Jahr 2024. Ingo Morell, Präsident der KGNW, erklärte, Krankenhausleitungen stünden vor einer unmöglichen Entscheidung: Entweder das Personal bezahlen oder die Schließung riskieren. Die finanzielle Belastung ist bereits jetzt massiv – allein in diesem Jahr haben über 40 Krankenhausbetreiber Insolvenz angemeldet.
Erst im Juni 2023 hatte die Kplus-Gruppe selbst für drei ihrer vier Standorte Eigenverwaltungsanträge wegen drohender Insolvenz gestellt. Als Grund nannte das Unternehmen, dass es voraussichtlich innerhalb der nächsten zwölf Monate seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen könne.
Der Protest unterstreicht die wachsende Finanzkrise in deutschen Krankenhäusern. Viele Einrichtungen kämpfen ums Überleben, ohne ausreichende Unterstützung durch die Politik. Die Forderungen der Beschäftigten zielen darauf ab, stabile Finanzierung und faire Löhne zu sichern – um weitere Zusammenbrüche zu verhindern.
