Schweizer Familie kämpft gegen unerlaubte Nutzung ihres viralen Memes
Lukas RichterSchweizer Familie kämpft gegen unerlaubte Nutzung ihres viralen Memes
Eine Schweizer Familie wehrt sich gegen die unberechtigte Nutzung eines viralen Memes, das ihren Sohn und Vater zeigt. Der sogenannte "Richi"-Clip, ein Ausschnitt aus einer TV-Dokumentation von 2010, zeigt einen Jungen, der von einem Bagger fällt, während sein Vater erschrocken ruft. Im Laufe der Jahre wurde der Moment zu Merchandise-Artikeln, Musik und sogar zur Torhymne der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft verarbeitet – doch die Familie Schömbächler betont, niemals ihre Zustimmung dazu gegeben zu haben.
Das Meme stammte ursprünglich aus einer Folge der SRF-Serie "Abschied und Aufbruch", die die Auswanderung der Schömbächlers nach Kanada begleitete. Die Szene – in der der junge Richi von der Maschine stürzt und sein Vater Hermann verzweifelt aufschreit – verbreitete sich rasant im Internet. Bis 2022 hatte der Clip über eine Million Aufrufe auf YouTube gesammelt.
Bald folgte die kommerzielle Verwertung: Die Schweizer Band Stubete Gäng veröffentlichte den Song "Richi", der Hermanns Ruf samplete und die Baggerszene aufgriff. Der Titel wurde in Eishallen populär und diente sogar als offizielle Torhymne der Schweiz bei der WM 2024 in Prag. Gleichzeitig entwickelten Studierende ein Kartenspiel zum Meme, und Unternehmen verkauften Socken, Aufbügelmotive sowie ein Kinderbuch mit der Szene.
Die Familie mied jahrelang die Öffentlichkeit, um die Privatsphäre ihrer Kinder zu schützen. Doch im März 2026 meldete sie sich zu Wort und protestierte gegen die unlautere Nutzung ihrer Bilder und Stimmen. Die Kritik zeigte Wirkung: Stubete Gäng kündigte an, den Song ohne Hermanns Stimme neu aufzunehmen, und der Schweizer Eishockeyverband strich "Richi" als Torhymne.
Trotz der Beliebtheit des Memes gibt es keine Hinweise auf eine großflächige kommerzielle Nutzung außerhalb der Schweiz oder die Beteiligung internationaler Großkonzerne. Durch das Einschreiten der Schömbächlers hat sich die Handhabung des Memes bereits verändert: Der Song wird überarbeitet, und die Eishockey-Funktionäre spielen ihn bei Spielen nicht mehr ab. Zwar konnte die Familie einen Teil der unerlaubten Vermarktung stoppen – doch der Clip selbst bleibt im Netz weiterhin weit verbreitet.






