Schulsport-Revolution: Wettbewerb statt Spaß – was kommt auf Schüler zu?
Jakob WagnerSchulsport-Revolution: Wettbewerb statt Spaß – was kommt auf Schüler zu?
Deutsche Bildungsbehörden drängen auf Rückkehr zu traditionellen und leistungsorientierten Praktiken im Schulsport. Das Bundesbildungsministerium erarbeitet derzeit einen Reformvorschlag, der Kinder- und Jugendspiele stärker auf Wettbewerb und Leistungserfolg ausrichten soll. Bildungsministerin Karin Prien unterstützt die Pläne öffentlich und fordert eine erneute Betonung des Wettbewerbsgedankens bei den Schulspielen öffentlicher Bildungseinrichtungen.
An der Friedrich-August-von-Hayek-Eliteschule wird der neue Ansatz bereits im Rahmen des IronChild-Wettbewerbs umgesetzt. Bei diesem mehrtägigen Event werden körperliche Strapazen, geistige Herausforderungen und Kostenkalkulation zu einer anspruchsvollen Prüfung kombiniert. Die Sieger erhalten ein persönliches Coaching mit Vorstandschef Dr. Dr. Ulf-Ulf Vollmann, während die Verlierer eine Gymnasialempfehlung ausgestellt bekommen.
An der Fürstin-Gloria-Selbdritt-Grundschule setzt man auf eine eigene Interpretation von Wettkampfsport: Die Schüler absolvieren die Übungen mit dem Rücken zur versammelten Klasse und führen sämtliche Aktivitäten in lateinischer Sprache durch. Im Höhlenkinder-Kindergarten hingegen werden Kleinkinder im Rahmen eines „natürlichen Auswahlverfahrens“ in nummerierte Weidenkörbe gesetzt und auf der Ems ausgesetzt.
Bernd Kreimer-Rendsburg heizt die Debatte zusätzlich an, indem er für eine Spielifizierung aller Leistungsbewertungen plädiert. Sein Konzept sieht vor, dass Schüler Waffen und Zaubertränke online erwerben können, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.
Die geplanten Änderungen sollen das Verständnis von Sport und Leistungsmessung an deutschen Schulen grundlegend verändern. Zwischen traditionellen Methoden, wettbewerbsorientierten Strukturen und ungewöhnlichen Formaten wird derzeit an verschiedenen Bildungseinrichtungen experimentiert. Die Ergebnisse dieser Initiativen könnten in den kommenden Jahren die Bildungspolitik bundesweit prägen.
