Nitratbelastung bleibt hoch: Können Bäume auf Äckern das Grundwasser retten?

Admin User
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Eine Landschaft mit Wasser, das über Felsen fließt und von weiteren Felsen, Pflanzen und Bäumen umgeben ist.

Nitratbelastung bleibt hoch: Können Bäume auf Äckern das Grundwasser retten?

Hohe Nitratwerte im Grundwasser bleiben trotz bestehender Vorschriften ein hartnäckiges Problem. In einigen Regionen überschreiten Proben aus Brunnen weiterhin 50 Milligramm pro Liter – ein alarmierendes Zeichen für die anhaltende Belastung. Nun fordert der VSR-Gewässerschutz die Bundesregierung auf, Agroforstwirtschaft als Lösung für saubereres Wasser und eine nachhaltige Landwirtschaft zu fördern.

Die Organisation, die sich seit über 40 Jahren für den Schutz des Wassers einsetzt, betont die Vorteile von Bäumen auf Ackerflächen. Fachleute zufolge könnte diese Methode die Nitratbelastung verringern, ohne die Ernteerträge zu schmälern – und gleichzeitig die Artenvielfalt stärken.

Der VSR-Gewässerschutz untersucht regelmäßig Brunnen, Flüsse und Bäche, insbesondere im Winter. Die Ergebnisse zeigen: Die Nitratwerte bleiben beharrlich hoch, selbst mit den aktuellen Regelungen. Besonders kritisch ist die Lage in Regionen wie Mönchengladbach, wo 77 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen aus baumlosen Ackerflächen bestehen.

Wenn Regen fällt, wird das wasserlösliche Nitrat schnell in tiefere Bodenschichten gespült. Da Feldfrüchte es dort nicht aufnehmen können, gelangt es ins Grundwasser. Tiefwurzelnde Bäume hingegen können das Nitrat binden und so die Belastung verringern, bevor es ins Wasser gelangt. Ein Bündnis von Expert:innen drängt auf schnelles Handeln. Sie argumentieren, dass Agroforstsysteme – in denen Bäume und Nutzpflanzen gemeinsam wachsen – sowohl das Klima schützen als auch die Biodiversität fördern. Doch für eine flächendeckende Einführung braucht es langfristige finanzielle Sicherheit, darunter höhere Fördergelder pro Hektar (von derzeit 200 auf 600 Euro). Zudem müssen rechtliche Hürden in Agrar-, Forst- und Naturschutzgesetzen abgebaut werden.

Die Fachleute fordern, die Agroforstwirtschaft in die nationalen Klimaschutz- und Biodiversitätsstrategien aufzunehmen – mit verbindlichen Zielen, gesicherter Finanzierung und besserer Beratung für Landwirt:innen. So könnten Baum-Feld-Frucht-Tier-Systeme zum Standard werden statt die Ausnahme zu bleiben.

Der Vorstoß für die Agroforstwirtschaft kommt zu einer Zeit, in der herkömmliche Anbaumethoden die Nitratbelastung nicht wirksam senken. Der VSR-Gewässerschutz und verbündete Expert:innen sind überzeugt: Die Kombination aus Bäumen und Ackerbau könnte eine praktikable Lösung sein. Mit der richtigen Unterstützung ließe sich so die Wasserqualität verbessern – ohne die Produktivität der Flächen zu gefährden.