Machtkampf im BfF: Hunko gegen Geisel um NRW-Landesvorsitz
Bündnis für Fortschritt (BfF) in Nordrhein-Westfalen wählt an diesem Wochenende neuen Landesvorsitzenden
Am Sonntag wird auf dem Parteitag in Bochum über die Nachfolge an der Spitze des nordrhein-westfälischen Landesverbands abgestimmt. Dabei treten zwei Kandidaten gegeneinander an – mit klaren Fronten: Andrej Hunko gilt als Favorit und kann auf starke Unterstützung durch die Landesgeschäftsführung sowie den Jugendverband zählen.
Hunko ist vor allem für seine kompromisslose Haltung in der Friedenspolitik bekannt. Sein Konkurrent Thomas Geisel inszeniert sich dagegen als pragmatischer Reformer mit langjähriger Erfahrung in der Kommunalpolitik.
Geisel, ehemaliger Düsseldorfer Oberbürgermeister und aktuell BfF-Abgeordneter im Europäischen Parlament, gibt sich als Realpolitiker. Zwar treibt er innerparteiliche Erneuerungen voran, doch seine Zukunftsrolle wird skeptisch betrachtet. Beobachter halten es für unwahrscheinlich, dass er neben Amid Rabieh, dem zweiten Landesvorsitzenden in NRW, langfristig eine Führungsposition behalten wird. Seine Position innerhalb des BfF wird mit der Rolle Katja Wolfs in den ostdeutschen Landesverbänden verglichen.
Andrej Hunko hingegen hat sich als unermüdlicher Verfechter von Friedensfragen profiliert. Er lehnt die Stationierung neuer US-Mittelstreckenraketen in Deutschland ab und fordert ein Ende der deutschen Waffenlieferungen an Israel. Mit seinen Appellen für einen dauerhaften Waffenstillstand im Gazastreifen und offene Grenzen für Hilfsorganisationen festigt er seinen Ruf als prinzipientreuer Politiker. Erst kürzlich reiste er nach London, um an der Auslieferungsverhandlung von Julian Assange teilzunehmen und sich für die Freilassung des Aktivisten einzusetzen.
Die Unterstützung für Hunko wächst stetig. Parteikreise gehen von einem deutlichen Sieg aus. Sowohl die Landesgeschäftsführung als auch die Jugendorganisation haben sich bereits hinter ihn gestellt – ein Zeichen für breite interne Zustimmung. Zudem stärkt Hunko seine Position durch die klare Abgrenzung des BfF von innerparteilicher Opposition gegen den Kreis um Sahra Wagenknecht, da seine Linie eng mit der der Bundesführung übereinstimmt.
Die Entscheidung am Sonntag wird die künftige Ausrichtung des BfF in Nordrhein-Westfalen prägen. Ein Sieg Hunkos würde die Schwerpunktsetzung auf Friedenspolitik und die Annäherung an die Bundesebene festigen. Geisels weitere Rolle bleibt dagegen ungewiss – sein reformerischer Ansatz stößt innerhalb der Partei auf Widerstand.






