27 March 2026, 06:07

Kürzere Arbeitszeiten im Nahverkehr: Mehr Lohn, aber unklare Finanzierung

Plakat mit einer Bahn auf einem Gleis mit mehreren Menschen in der Nähe, das 'The American Jobs Plan Will Expand Affordable Public Transportation' bewirbt.

Kürzere Arbeitszeiten im Nahverkehr: Mehr Lohn, aber unklare Finanzierung

Beschäftigte im öffentlichen Nahverkehr in Deutschland haben eine neue Vereinbarung durchgesetzt, die eine Verkürzung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich vorsieht. Das nach zähen Verhandlungen erzielte Abkommen sieht zudem bessere Schutzregelungen für kurzfristig Beschäftigte sowie höhere Zuschläge für Sonntagsarbeit vor. Ungeklärt bleibt jedoch, wie die Änderungen langfristig finanziert werden sollen.

Nach den neuen Regelungen wird die Arbeitszeit in zwei Schritten reduziert. Ab Juli 2027 arbeiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 38,5 Stunden pro Woche, ab Juli 2028 sinkt die Wochenarbeitszeit weiter auf 38 Stunden – bei unverändertem Gehalt. Zudem steigen die Sonntagszuschläge, und die gesetzlichen Ruhezeiten werden ausgeweitet, was die Arbeitsbedingungen verbessert.

Die Vereinbarung könnte jedoch zu höheren Betriebskosten für die Verkehrsunternehmen führen. Um die reduzierte Arbeitszeit auszugleichen, könnte mehr Personal benötigt werden, was die Lohnkosten in die Höhe treibt. Zwar ist die Finanzierung des Deutschlandtickets bis 2030 gesichert, doch die langfristigen Auswirkungen auf die Ticketpreise sind noch offen. Drei Finanzierungsoptionen stehen im Raum: die Übernahme durch öffentliche Träger, Bund und Länder oder eine Umlage auf die Fahrgäste durch Preiserhöhungen.

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Für Fahrgäste dürften sich kurzfristig keine höheren Tarife ergeben, mittelfristig sind Anpassungen jedoch nicht ausgeschlossen. Ziel der Einigung ist es, Jobs im öffentlichen Verkehr attraktiver zu gestalten – doch die finanzielle Belastung könnte am Ende auf Steuerzahler oder Fahrgäste abgewälzt werden.

Die neuen Arbeitsbedingungen stellen für die Beschäftigten einen Fortschritt dar, mit besserer Bezahlung und längeren Ruhephasen. Gleichzeitig könnte der Kostendruck auf die Verkehrsbetriebe jedoch langfristig zu höheren Ticketpreisen führen. Ohne klare Finanzierungsstrategie bleibt ungewiss, wie sich die Vereinbarung auf die Fahrpreise und öffentliche Haushalte auswirken wird.

Quelle