Kölner Neumarkt: Drogenelend und der umstrittene Plan gegen Crackkonsum
Julian SchmitzKölner Neumarkt: Drogenelend und der umstrittene Plan gegen Crackkonsum
Der Kölner Neumarkt ist zu einem Brennpunkt der Drogenabhängigkeit geworden und verursacht bei Anwohnern und Geschäftsinhabern erhebliche Belastungen. Im Viertel kommt es zu offenem Drogenkonsum, aggressivem Betteln und öffentlichen Rüstungen, die mit dem Crackkonsum zusammenhängen.
Torsten Burmester von der SPD bezeichnete die Lage am Neumarkt als „überfordernd“. Abhängige rauchen dort öffentlich Crack in Hauseingängen und auf öffentlichen Plätzen, während andere zu Diebstahl, Prostitution oder öffentlichem Urinieren greifen. Crack hat Heroin mittlerweile als die am weitesten verbreitete illegale Droge in großen deutschen Städten wie Hamburg, Berlin und Köln abgelöst.
Als Reaktion darauf haben Burmester und Stephan Keller von der CDU vorgeschlagen, den Mikrohandel mit harten Drogen in kontrollierten Räumen zu legalisieren. In diesen Einrichtungen könnten Abhängige unter medizinischer Aufsicht kleine Mengen kaufen und verkaufen. Die Politiker haben offiziell eine rechtliche Prüfung beim Justizminister von Nordrhein-Westfalen, Benjamin Limbach, beantragt.
Stephan Keller plant, ähnliche ausgewiesene Räume auch in Düsseldorf einzurichten. Er ist überzeugt, dass dieser Ansatz die Straßenkriminalität verringern und die Belastung für öffentliche Plätze mindern könnte. Ziel des Vorhabens ist es, die sichtbaren Folgen der Crackabhängigkeit in städtischen Zentren zu bekämpfen. Sollte der überwachte Mikrohandel genehmigt werden, könnte der Drogenkonsum von den Straßen in regulierte Einrichtungen verlagert werden. Die lokalen Behörden hoffen, dass dies die Sicherheit und die öffentliche Ordnung in den betroffenen Vierteln verbessern wird.
