Kölner Dom führt 2024 erstmals Eintrittsgeld ein – Kritik an Kommerzialisierung
Lukas RichterEhemaliger Dom-Architekt kritisiert geplantes Eintrittsgeld für Kölner Dom - Kölner Dom führt 2024 erstmals Eintrittsgeld ein – Kritik an Kommerzialisierung
Kölner Dom führt noch in diesem Jahr Eintrittsgeld ein
Der Kölner Dom, eines der bekanntesten katholischen Wahrzeichen der Welt, wird noch 2024 eine Eintrittsgebühr erheben. Der Schritt stößt bereits auf Kritik – unter anderem von Barbara Schock-Werner, der ehemaligen Dombaumeisterin. Sie warnte, dass eine Bezahlpflicht den Charakter der Kathedrale als öffentlichen und spirituellen Ort verändern könnte.
Der Dom, in dem die Reliquien der Heiligen Drei Könige aufbewahrt werden, zieht jährlich rund sechs Millionen Besucher an. Die große Beliebtheit belastet jedoch die Finanzen für Instandhaltung und Erhalt. Zwar steht der genaue Preis noch nicht fest, doch die Gebühr soll voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2024 eingeführt werden.
Schock-Werner erkannte zwar den Bedarf an zusätzlichen Mitteln an, sprach sich aber gegen Eintrittsgelder aus. Sie bezeichnete das Bauwerk als "unseren Dom" und betonte die tiefe Verbindung zur Stadt. Ihre Hauptsorge ist, dass Ticketing Besucher abschrecken und den offenen, inklusiven Charakter des Ortes schwächen könnte.
Die Reaktionen auf Eintrittsgelder an deutschen Sakralbauten waren in den vergangenen Jahren gemischt. Einige Touristen und Kritiker sehen darin eine Form der Kommerzialisierung. Umfragen zeigen jedoch eine wachsende Zustimmung: 60 bis 70 Prozent der Befragten befürworten Gebühren, wenn sie dazu beitragen, die steigenden Erhaltungskosten zu decken.
Die Einführung von Eintrittsgeldern wird voraussichtlich dringend benötigte Einnahmen für die Instandhaltung bringen. Gleichzeitig besteht jedoch das Risiko, dass die Besucherzahlen sinken und sich die Art und Weise verändert, wie Menschen die Kathedrale erleben. Die Verantwortlichen stehen nun vor der Herausforderung, finanzielle Notwendigkeiten mit der jahrhundertealten Rolle des Doms als Stätte der Andacht und des öffentlichen Erbes in Einklang zu bringen.