Fords Kölner Werk kämpft um Überleben – Elektroflop und Jobabbau drohen

Admin User
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Eine Stadtansicht mit Kraftfahrzeugen auf Straßen, Gebäuden, Bäumen, Strommasten mit Kabeln, Geländern und Himmel.

Fords Kölner Werk kämpft um Überleben – Elektroflop und Jobabbau drohen

Ford's Werk in Köln steht vor großen Herausforderungen, da die Verkaufszahlen seiner Elektromodelle weit hinter den Erwartungen zurückbleiben. Die Anlage, die für eine Jahresproduktion von 250.000 Fahrzeugen ausgelegt ist, läuft derzeit nur mit 26 Prozent Auslastung. Angesichts drohender Stellenstreichungen und schrumpfender Marktanteile überdenkt der Konzern nun seine Strategie.

Im Kölner Werk werden derzeit der Ford Explorer und der Capri gefertigt, doch beide Modelle kämpfen mit schwacher Nachfrage. Bis Ende 2025 werden die kombinierten Verkäufe voraussichtlich nur etwa 65.000 Einheiten erreichen – deutlich unter der geplanten Kapazität. Ford hatte sich verpflichtet, den Standort bis 2024 vollständig auf E-Mobilität umzustellen, doch hohe Preise und der späte Einstieg in wichtige Marktsegmente haben traditionelle Käufer abgeschreckt.

Stellenabbau ist nun unvermeidbar. Bis Ende 2027 sollen rund 3.700 Arbeitsplätze wegfallen, da die Produktion zurückgefahren wird. Die Unternehmensführung gibt zu, dass die europäische Pkw-Sparte Gefahr läuft, langsam an Bedeutung zu verlieren – trotz Plänen für neue, bezahlbare Modelle, von denen keines in Köln gefertigt werden soll.

Die Probleme des Konzerns beschränken sich nicht auf Europa. Ende 2024 änderte CEO Jim Farley nach politischen Kurswechseln in den USA unter Präsident Donald Trump die Strategie, darunter die Streichung von Steuervergünstigungen für Elektroautos. Ford strich zudem die Entwicklung einer zweiten Generation von E-Fahrzeugen für den US-Markt und musste daraufhin 19,5 Milliarden Dollar abschreiben. Gleichzeitig blicken Gewerkschaften skeptisch auf die Zusammenarbeit mit Renault und fürchten eine Wiederholung der Übernahme von Opel durch Peugeot.

Fords Marktanteil in Europa ist bereits auf knapp über drei Prozent gesunken. Der späte Vorstoß in die Elektromobilität sowie Fehleinschätzungen bei der Preisgestaltung haben den Konzern in die Defensive gedrängt.

Die Zukunft des Kölner Werks ist ungewiss, während Ford sich an die schwache Nachfrage und politische Veränderungen anpasst. Mit Tausenden gefährdeten Arbeitsplätzen und keinen neuen Modellen für den Standort muss das Unternehmen nun einen Weg finden, seine europäischen Aktivitäten zu stabilisieren. Der Erfolg hängt davon ab, ob die überarbeitete Strategie Kunden zurückgewinnen und die langfristige Produktion sichern kann.