01 April 2026, 00:37

Dortmunds Ethikkommission zur Großwildjagd: Inaktivität vor der Messe Jagd und Hund

Ein aufgeschlagenes Buch mit einer realistischen Zeichnung einer Kuh und der fettgedruckten Schrift "Ranch Life and the Hunting-Trail" darunter.

Dortmunds Ethikkommission zur Großwildjagd: Inaktivität vor der Messe Jagd und Hund

Dortmunds Ethikkommission zur Großwildjagd steht in der Kritik – kurz vor der Messe "Jagd und Hund"

Die Ethikkommission der Stadt Dortmund, die sich mit der Großwildjagd befasst, gerät zunehmend unter Druck, während die Fachmesse Jagd und Hund bevorsteht. Die Gruppe war 2023 nach jahrelangen Debatten im Stadtrat gegründet worden, um die ethischen und ökologischen Auswirkungen von Jagdreisen zu bewerten, die auf der Veranstaltung beworben werden. Doch da keine Protokolle oder Unterlagen über ihre Arbeit vorliegen, mehren sich die Fragen nach ihrer Wirksamkeit und Transparenz.

Ursprünglich sollte die Kommission Aussteller prüfen, die Jagdreisen anbieten – insbesondere solche mit Großwildjagden in Afrika. Ihre Aufgabe bestand darin zu beurteilen, ob diese Praktiken mit ethischen und Naturschutzstandards vereinbar sind. Doch wie Dortmunds neuer Oberbürgermeister kürzlich bestätigte, existieren weder Sitzungsprotokolle noch sonstige Dokumente der Kommission. Dies deutet darauf hin, dass sie seit mindestens eineinhalb Jahren inaktiv ist.

Der Handlungsdruck wächst angesichts der anstehenden Jagd und Hund. Politische Parteien, darunter die Grünen, hatten gefordert, die Kommission noch vor der Sommerpause zusammenzutreten zu lassen. Die CDU zeigte sich flexibel beim Zeitpunkt, während die AfD die Existenz der Kommission von Anfang an grundsätzlich ablehnt.

Die Bundesregierung hält unterdessen eine klare Linie gegen die kommerzielle Großwildjagd in Afrika aufrecht. Seit dem gescheiterten Vorstoß Botswanas 2022, Elefanten in andere Länder zu verbringen, hat sich an der Haltung nichts geändert. Die Einfuhr von Trophäen wird weiterhin abgelehnt, und der Artenschutz konzentriert sich auf den Lebensraumschutz statt auf die Ausfuhr von Jagdbeute. Diese bundesweite Position unterstreicht die Forderungen, dass die Dortmunder Kommission vor Beginn der Messe ihre Rolle klar definieren muss.

Mit der nahenden Veranstaltung wachsen die Erwartungen an die Kommission, endlich Antworten zu liefern. Aussteller und Veranstalter warten auf klare Vorgaben, wie mit den angebotenen Jagdreisen umgegangen werden soll. Ohne nachweisbare Ergebnisse oder Beschlüsse bleibt jedoch ungewiss, ob die Kommission überhaupt Glaubwürdigkeit besitzt – und ob sie künftige Ausrichtungen der Messe beeinflussen kann.

AKTUALISIERUNG

Fair Concludes Without Ethical Oversight

The 2026 Jagd und Hund fair in Dortmund concluded on 1 February 2026 without reported intervention from the inactive ethics commission. Key developments include:

  • The event ran its full schedule without documented ethical reviews of exhibitors' offerings.
  • No pre-messe guidelines were issued by the commission, which remains without operational records.
  • Post-fair summaries highlight product showcases (EDC knives, survival tools) but no ethical debates emerged during the event.