Dormagen stärkt Bürgerbeteiligung trotz Haushaltsengpässen mit digitalen Tools und Gemeinschaftsprojekten
Jakob WagnerDormagen stärkt Bürgerbeteiligung trotz Haushaltsengpässen mit digitalen Tools und Gemeinschaftsprojekten
Dormagen setzt auf Bürgerbeteiligung als zentrales Element der kommunalen Demokratie. Die Stadt bietet ihren Einwohnern vielfältige Möglichkeiten, Entscheidungen mitzugestalten – von digitalen Tools bis hin zu Gemeinschaftsveranstaltungen. Trotz finanzieller Herausforderungen betonen die Verantwortlichen, diese Kanäle weiterhin offenhalten zu wollen.
In diesem Jahr jährt sich zudem die Stadtverwaltung zum 50. Mal – ein Meilenstein in der Zusammenarbeit mit der Bevölkerung. In den vergangenen Jahren hat Dormagen seine Beteiligungsformate ausgeweitet, um verschiedene Altersgruppen und Gemeinschaften einzubinden. Kinder, Jugendliche und Senioren verfügen über eigene Plattformen, etwa den Seniorenbeirat oder Jugendbeteiligungskonzepte. Ein Integrationsrat sorgt darüber hinaus dafür, dass vielfältige Stimmen in die lokale Planung einfließen.
Digitale Instrumente spielen eine zunehmend wichtige Rolle bei der Rückmeldung der Bürger. Über die Plattform "sag's uns" können Anwohner Vorschläge, Beschwerden und Ideen direkt an die Verwaltung richten. Mit dem Dormagener Mängelmelder lassen sich zudem Probleme im öffentlichen Raum schnell melden. Allerdings liegen bis April 2026 keine öffentlichen Daten vor, wie viele Eingaben über "sag's uns" eingereicht wurden oder welche Auswirkungen sie hatten.
Frühere Initiativen haben bereits sichtbare Ergebnisse gebracht: Der Bürgerhaushalt finanzierte 2022 und 2023 Projekte wie Lastenräder und Willkommensschilder in den Stadtteilen. In Straberg führte ein World-Café-Event zur Einführung des Waldorf-Busses, eines Mobilitätsangebots für Senioren, das Stadtteile verbindet. Aufgrund von Haushaltsengpässen wurde der Bürgerhaushalt 2024 jedoch ausgesetzt – die Stadt plant jedoch, ihn sobald wie möglich wieder aufzunehmen.
Bürgermeister Erik Lierenfeld betont, dass die Einbindung der Bürger in politische Entscheidungen weiterhin Priorität habe. Für ihn sei Beteiligung unverzichtbar, um eine Stadt zu gestalten, die den Bedürfnissen ihrer Einwohner entspricht. Dormagens Ansatz zur Bürgerbeteiligung vereint digitale Plattformen, Gemeinschaftsdialoge und gezielte Projekte. Zwar haben finanzielle Zwänge einige Programme vorübergehend gestoppt, doch strebt die Stadt ihre Wiederbelebung an. Die anhaltenden Bemühungen zeigen, wie die Zusammenarbeit zwischen Bürgern und Verwaltung das lokale Leben weiterhin prägt.






