05 April 2026, 06:07

"Wut. Jetzt fahren wir in den Westen": Ein Film dreht die Perspektive um

Detailierte alte Landkarte der Westfalen-Region Deutschlands auf schwarzem Hintergrund, die geografische Merkmale wie Flüsse, Berge und Städte mit zusätzlichen Textinformationen zeigt.

"Wut. Jetzt fahren wir in den Westen": Ein Film dreht die Perspektive um

Regisseur Matthias Schmidt geht in seinem neuen Dokumentarfilm einen ungewöhnlichen Weg. Statt dass westdeutsche Journalisten wie üblich in den Osten reisen, begibt er sich in die Gegenrichtung – nach Nordrhein-Westfalen. Sein Film "Wut. Jetzt fahren wir in den Westen" dreht den Spieß um und bricht mit jahrzehntelanger Berichterstattung nach der Wiedervereinigung.

Im Mittelpunkt von Schmidts Reise steht Nordrhein-Westfalen, ein Bundesland, das oft als industriell geprägt und abgenutzt wahrgenommen wird. Einst Symbol für westdeutschen Wohlstand, sind Teile der Sauerland-Strecke seit 2021 wegen bröckelnder Brücken stillgelegt. Der Filmemacher spricht mit Einheimischen, Zugewanderten aus der DDR und Menschen mit Migrationshintergrund – und stellt dabei Fragen, die sonst meist dem Osten gestellt werden.

Der Dokumentarfilm wirft einen frischen Blick auf die Region, angetrieben von Schmidts eigener Neugier. 1989 besuchte er Nordrhein-Westfalen zum ersten Mal, und diese persönliche Verbindung prägt den Ton des Films. Sein fast kindlich offener Ansatz führt zu ungeschminkten Gesprächen mit den Bewohnern.

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Anders als viele westdeutsche Medien sucht Schmidt nach Gemeinsamkeiten zwischen Ost und West. Während der Westen seit Langem von Zuwanderung geprägt ist, fehlt dem Osten diese Erfahrung. Durch die Umkehr der Perspektive deckt der Film gemeinsame Herausforderungen und Missverständnisse auf.

Der Dokumentarfilm ist nun in der ARD-Mediathek abrufbar. Er hinterfragt eingespielte Erzählungen, indem er den Westen mit ostdeutschem Blick betrachtet. Schmidts Werk bietet die seltene Chance, vertraute Orte in neuem Licht zu sehen.

Quelle