Bundesweiter Apotheken-Protest droht: Am 23. März bleibt vieles zu
Apotheker und Angestellte in ganz Deutschland bereiten sich auf große Proteste am 23. März vor
Apothekenbesitzer und Mitarbeiter in Deutschland rüsten sich für einen bundesweiten Protest am 23. März. Viele planen, an diesem Tag ihre Türen im Rahmen einer koordinierten Aktion zu schließen, um von der Bundesregierung bessere finanzielle Unterstützung zu fordern. Der Schritt folgt auf Jahre stagnierender Vergütungen und steigender Kosten, die seit 2013 fast jede fünfte Apotheke zur Schließung gezwungen haben.
Sebastian Berges, Inhaber der TGL Nordrhein, wird beide seine Apotheken im Rahmen des Protests schließen. Er kritisiert, dass der von der Regierung vorgeschlagene Erstattungssatz von 9,50 Euro die stark gestiegenen Personalkosten nicht deckt. Berges zufolge haben sich die Gewinne im Sektor in den letzten zehn Jahren halbiert, was die Aufrechterhaltung fairer Löhne zunehmend erschwert.
Der Protest stößt bei Apothekenmitarbeitern auf breite Zustimmung. Berges berichtet von einer hohen Bereitschaft zur Teilnahme in allen Berufsgruppen, wobei in einigen Städten bereits gemeinsame Aktionen organisiert werden. Er ruft jeden Mitarbeiter dazu auf, die Probleme der Branche mit Freunden und Familie zu besprechen, um das Bewusstsein für die Situation zu schärfen.
Thomas Preis, Präsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, erwartet eine starke Beteiligung am 23. März. Der Verband fordert sofortige wirtschaftliche Entlastungen und verweist auf einen Kostenanstieg von 65 Prozent über 13 Jahre, während die staatlichen Zahlungen eingefroren blieben. Die ABDA lehnt zudem Pläne für "Apotheken ohne Apotheker" ab und warnt, dass solche Maßnahmen die Patientensicherheit und die Versorgungssicherheit gefährden könnten.
Berges appelliert an die Mitarbeiter, sich mit Briefen an ihre politischen Vertreter zu wenden und auf die finanzielle Belastung aufmerksam zu machen. Er betont, dass ohne höhere Erstattungssätze viele Apotheken um ihr Überleben kämpfen müssten.
Ziel des Protests ist es, die Regierung zum Handeln in der seit Langem schwelenden Finanzierungsfrage zu bewegen. Da seit 2013 bereits fast 20 Prozent der Apotheken geschlossen haben, warnen die Organisatoren, dass weitere Untätigkeit den Zugang zu essenziellen Dienstleistungen bedrohen könnte. Das Ergebnis der Demonstration könnte entscheiden, ob die Politik die Erstattungssätze an die gestiegenen Betriebskosten anpasst.