BSW in NRW wählt neuen Co-Chef: Hunko oder Geisel – wer setzt sich durch?
Lukas RichterBSW in NRW wählt neuen Co-Chef: Hunko oder Geisel – wer setzt sich durch?
Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) in Nordrhein-Westfalen wählt an diesem Wochenende neuen Co-Vorsitzenden
Die Abstimmung folgt auf den Rücktritt von Jan Ristau im Mai 2023, durch den eine Führungslücke im Landesverband entstand. Zwei Kandidaten bewerben sich nun um das Amt: Andrej Hunko, aktueller BSW-Vorsitzender in Aachen, und Thomas Geisel, ehemaliger SPD-Oberbürgermeister von Düsseldorf.
Der BSW-Landesverband in Nordrhein-Westfalen wurde erst vor weniger als einem Jahr gegründet. Die ersten beiden Co-Vorsitzenden, Amid Rabieh und Jan Ristau, wurden kurz nach der Gründung gewählt. Ristaus Ausscheiden 2023 machte eine Neubesetzung notwendig.
Andrej Hunko, seit 2022 Vorsitzender des BSW-Kreisverbands Aachen, gilt als Favorit. Er wird von der Jugendorganisation der Partei sowie dem Landesgeschäftsführer unterstützt. Hunko setzt sich für eine intensivere politische Debattenkultur innerhalb des BSW ein und fordert mehr Transparenz bei Führungsentscheidungen. Seine Positionen sind geprägt von scharfer NATO-Kritik: Er plädiert für einen Austritt Deutschlands aus dem Bündnis und sogar dessen Auflösung. Zudem spricht er sich trotz des anhaltenden Krieges in der Ukraine für die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen zu Russland aus und lehnt die deutsche Unterstützung für Kiew ab.
Thomas Geisel, ehemaliger SPD-Politiker und Ex-Oberbürgermeister von Düsseldorf, bietet ein gegensätzliches Profil. Im Gegensatz zu Hunko verfügt er über keine offiziellen Unterstützererklärungen wichtiger Parteigremien. Geisel kritisiert die personelle Unterbesetzung des BSW sowie die schwache Mitgliederwerbung, insbesondere nach der Bundestagswahl.
Die Wahl fällt in eine entscheidende Phase für die junge Partei. Hunkos harte Linien entsprechen dem anti-NATO- und verhandlungsorientierten Kurs des BSW und könnten die künftige Ausrichtung im Land prägen. Der neue Co-Vorsitzende wird maßgeblich dazu beitragen, den Landesverband in seiner Konsolidierungsphase zu führen. Ein Sieg Hunkos könnte die Ablehnung der NATO und die Forderung nach Dialog mit Russland weiter stärken. Das Ergebnis wird auch zeigen, ob der BSW interne Reformen priorisiert oder seinen bisherigen politischen Kurs beibehält.






