Biogasanlage in Maria Veen kämpft nach Förderstopp um Überleben
Biogasanlage der Familie Benning in Maria Veen kämpft um Zukunft
Die Biogasanlage der Familie Benning in Maria Veen steht nach dem gescheiterten Antrag auf Bundesförderung im Jahr 2023 vor Herausforderungen. Wie viele Betreiber ist die Familie nun auf künftige Förderrunden angewiesen, um den Betrieb aufrechterhalten zu können. Ihr Schicksal spiegelt die größeren Schwierigkeiten wider, mit denen die deutsche Biogasbranche zu kämpfen hat: auslaufende Subventionen und anhaltende rechtliche Unsicherheiten belasten die Branche.
Die Bennings mussten eines ihrer fünf Blockheizkraftwerke (BHKW) abschalten, nachdem die 20-jährige Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) auslief. Gleichzeitig scheiterte ihr Antrag auf einen Anschlusszuschuss, sodass sie nun nach neuen Möglichkeiten suchen. Trotz der Rückschläge planen sie, ihre Anlage in Maria Veen für eine flexible, bedarfsgerechte Stromerzeugung umzurüsten.
Biogas bleibt ein zentraler Baustein der deutschen Energieversorgung 2024 deckte Biogas rund 12 Prozent des Ökostroms und über sechs Prozent des gesamten Stromverbrauchs in Deutschland. Eine aktuelle Studie kommt zu dem Schluss, dass Biogas bis 2040 die Hälfte der fehlenden Stromkapazität in Phasen mit wenig Wind und Sonne ausgleichen könnte.
Doch die Branche steht vor unsicheren Zeiten Bis 2031 verlieren bis zu 8.000 der rund 10.000 landwirtschaftlichen Biogasanlagen in Deutschland ihre 20-jährige EEG-Förderung. Ein Ende 2024 verabschiedetes Biogas-Paket soll zwar die flexible Einspeisung ins Netz unterstützen – doch die EU-Kommission hat die Regelungen noch nicht genehmigt. Ohne diese Freigabe bleiben Betreiber wie die Bennings in einer rechtlichen Grauzone.
Allein in Nordrhein-Westfalen gibt es etwa 1.100 Biogasanlagen, die unabhängig von Wetterbedingungen Strom und Wärme erzeugen. Experten schätzen, dass Biogas bundesweit langfristig bis zu 50 Prozent des verbleibenden Strombedarfs decken könnte.
Die Bennings konzentrieren sich nun darauf, ihre Anlage für künftige Ausschreibungsrunden fit zu machen. Ihr Fall zeigt die wachsenden Belastungen für die deutsche Biogasbranche, während Förderfristen näher rücken und regulatorische Genehmigungen auf sich warten lassen. Wie stark der Sektor künftig zur Energiesicherheit beitragen kann, hängt davon ab, ob diese Unsicherheiten bald behoben werden.






