05 April 2026, 00:10

Bergisch Gladbachs Grundschulen kämpfen mit überfüllten Klassen und Förderlücken

Kinder vor einem Gebäude mit Pflanzen, Blumen und Bäumen unter einem klaren blauen Himmel, einige halten Schulranzen.

Bergisch Gladbachs Grundschulen kämpfen mit überfüllten Klassen und Förderlücken

Grundschulen in Bergisch Gladbach stehen vor wachsenden Herausforderungen, da die Klassen größer werden und die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler vielfältiger werden. In einigen ersten Klassen sitzen mittlerweile 29 Kinder, von denen viele ohne grundlegende Vorschulkenntnisse ankommen oder besonderen Förderbedarf haben. Lehrkräfte und Schulleitungen berichten, dass immer mehr Kinder Schwierigkeiten mit dem Lernen und dem Verhalten zeigen – eine Entwicklung, die Ressourcen belastet und die Unterrichtsplanung erschwert.

Die flexible Schuleingangsphase in Nordrhein-Westfalen ermöglicht es Kindern, die ersten Schuljahre in ein, zwei oder drei Jahren zu durchlaufen. Zwar zählt das dritte Jahr nicht als offizielle Wiederholung, doch Schulleiter wie Manuel Blum von der Concordia-Schule in Schildgen verzeichnen einen deutlichen Anstieg der Schülerzahlen, die die volle dreijährige Eingangsphase nutzen. Sprachliche Defizite spielen dabei eine große Rolle: Im Rheinisch-Bergischen Kreis beginnen etwa 25 Prozent der Kinder die Schule mit behandlungsbedürftigen Sprach- oder Sprechstörungen.

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Auch die regelmäßige Kindergartenbesuche sind durch Personalmangel und Notbetreuungslücken unzuverlässiger geworden. Viele Kinder starten daher in der Schule ohne Fähigkeiten, die sie normalerweise in der Vorschule erwerben würden. Schulleitungen passen ihre Klassenplanung inzwischen daran an, welche Zweitklässler gefährdet sind, sitzenzubleiben – ein Trend, der sich in steigenden Wiederholerquoten widerspiegelt. Allein in Bergisch Gladbach stieg die Zahl der Kinder, die eine Klasse wiederholen, von 40 im Schuljahr 2021/22 auf 67 im Jahr 2024/25.

Die Schulen reagieren, indem sie vorschulische Förderung in die frühen Lehrpläne integrieren und Lehrkräfte gezwungen sind, Grundlagen zu vermitteln, die früher im Kindergarten gelehrt wurden. Diese Verschiebung führt zu größeren, heterogeneren Klassen, in denen mehr Schüler zusätzliche Zeit benötigen, um die schulischen Anforderungen zu erfüllen.

Die Änderungen in der Schuleingangsphase und die schwindende Kindergartenunterstützung führen dazu, dass immer mehr Kinder länger für die frühen Bildungsabschnitte brauchen. Mit wachsenden Klassen und höheren Wiederholerquoten passen die Grundschulen in Bergisch Gladbach ihre Lehrpläne an, um die Lücken in der Vorschulvorbereitung zu schließen. Der Trend zeigt, wie stark der Druck auf die Grundschulen steigt, während die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler komplexer werden.

Quelle