04 April 2026, 12:07

Aprilscherze, die Geschichte schrieben: Vom Baseball-Mönch zum Phantom-Umzug

Cartoon-Illustration eines Mannes in Zylinder und Frack, der vor einem Publikum auftritt, mit einem Pfahl und einem Zaun im Hintergrund, beschriftet mit "Aprilscherz" unten.

Aprilscherze, die Geschichte schrieben: Vom Baseball-Mönch zum Phantom-Umzug

Am 1. April 1985 veröffentlichte Sports Illustrated eine skurrile Geschichte über ein Pitching-Talent der New York Mets namens Hayden "Sidd" Finch. Der Artikel beschrieb ihn als einen mönchsgleichen Genius, der noch nie zuvor Baseball gespielt hatte, aber einen Fastball mit 270 km/h werfen konnte. Tage später gab das Magazin zu, dass es sich um einen ausgeklügelten Aprilscherz gehandelt hatte.

Jahrzehnte später hält ein weiterer Scherzkeks die Tradition am Leben. Joey Skaggs, der sich selbst als "künstlerischen Provokateur" bezeichnet, veranstaltet seit 1986 in New York City seinen eigenen Aprilscherz-Umzug – auch wenn dessen Existenz ebenso schwer fassbar ist wie Finch' Fastball.

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Der Sports Illustrated-Bericht von 1985 stammte aus der Feder von George Plimpton, der behauptete, Finch habe in einem tibetischen Kloster die "Kunst des Pitchens" gemeistert. Den Lesern wurde erzählt, der Neuling könne Major-League-Spieler mühelos aus dem Spiel werfen. Die Geschichte enthielt sogar erfundene Zitate begeisterter Talentscouts. Eine Woche später enthüllte das Magazin die Wahrheit: Finch war von Anfang bis Ende eine Erfindung.

Zur gleichen Zeit begann Joey Skaggs mit seiner eigenen Tradition der Medien-Streiche. Der ehemalige "ernsthafte Künstler", der von den Attitüden der Kunstwelt desillusioniert war, wandte sich der Satire zu. 1986 lud er Journalisten zu seinem ersten Aprilscherz-Umzug ein – einer parodistischen Veranstaltung, die Autoritäten auf die Schippe nehmen und das Absurde feiern sollte. Frühere Themen umfassten einen Donald-Trump-Imitatoren-Wettbewerb und eine Y2K-Apokalypse-Party.

Skaggs behandelt die Presse wie eine Leinwand und erschafft übertriebene Erzählungen, um zu testen, welche Medien ihnen Glauben schenken. Sein jährlicher Umzug soll angeblich ein großes Spektakel sein, doch Teilnehmer finden oft nicht mehr als eine kleine Runde vor. Die diesjährige Pressemitteilung kündigte einen vom Präsidenten angeführten Umzug an, der die Frage stellen sollte: "Was ist real und was nicht?" Doch wie Finch' Fastball bleibt auch der Beweis für die Existenz der Veranstaltung schwer greifbar.

In keinem seriösen Archiv findet sich in den letzten zehn Jahren ein Hinweis auf Skaggs' Umzug. Die einzigen Spuren sind seine eigenen Pressemitteilungen und verstreute Online-Behauptungen. Ob der Umzug real ist oder nur eine weitere Ebene des Scherzes, gehört zur Inszenierung.

Das Erbe der Aprilscherze lebt in Geschichten wie denen über Finch und Skaggs' Umzug weiter. Beide zeigen, wie leicht Fiktion als Tatsache getarnt werden kann – besonders, wenn die Medien mitspielen. Während Sports Illustrated schließlich gestand, lassen Skaggs' Streiche die Öffentlichkeit im Unklaren – und beweisen damit, dass die besten Witze jene sind, die nie ganz enden.

Quelle