Anna Netrebko triumphiert in Berlin – doch vor der Oper toben Proteste
Julian SchmitzAnna Netrebko triumphiert in Berlin – doch vor der Oper toben Proteste
An der Berliner Staatsoper Unter den Linden feierte eine Neuinszenierung von Un ballo in maschera mit der Sopranistin Anna Netrebko in der Hauptrolle Premiere. Die Aufführung erntete im Theater begeisterten Applaus, während draußen Proteste gegen die angebliche Nähe der Künstlerin zu Russlands Präsident Wladimir Putin stattfanden.
Die unter der Leitung von Enrique Mazzola stehende Oper präsentierte Netrebko als Amelia in Verdis Klassiker. Das Publikum honorierte ihre Darstellung mit herzlichem Beifall, der sich durch den gesamten Abend zog.
Vor dem Opernhaus versammelten sich etwa 50 Demonstranten, die ukrainische Flaggen schwenkten und Parolen wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" oder "Russland ist ein Terrorstaat" skandierten. Die Proteste spiegeln die anhaltende Kritik an Netrebko wider, die nach dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 in die Schusslinie geriet. Kritiker verweisen auf ihre Feier zum 50. Geburtstag 2021 im Moskauer Kreml als Beleg für ihre Verbindungen zur russischen Regierung.
Intendantin Elisabeth Sobotka betonte später, Netrebko habe sich öffentlich von Russland distanziert und sei seit Beginn der Kontroverse nicht dorthin zurückgekehrt. Die Sopranistin, die sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, trat bereits mehrfach in Berlin auf – doch jüngste Auftritte, darunter ihre Nabucco-Vorstellungen im März 2026, wurden ebenfalls von Protesten außerhalb und ausverkauften Häusern im Inneren begleitet.
Die aktuelle Produktion markiert Netrebkos Rückkehr an die Staatsoper nach mehreren Jahren. Während die Demonstrationen vor dem Haus die politischen Spannungen verdeutlichten, zeigte die Reaktion des Publikums weiterhin Wertschätzung für ihre künstlerische Leistung. Die Inszenierung bleibt Teil des Festspielprogramms des Theaters.






