23 April 2026, 00:14

Amanda Knox unterstützt Lucy Letby – und löst damit neue Kontroversen aus

Cartoon-Courtroom-Szene mit einem stehenden Mann in der Mitte, sitzenden Beobachtern, einem Tisch mit Gegenständen rechts und der Beschriftung "Boney's Trial, Sentence and Dying Speech Europe's Injuries Revenged" unten.

Amanda Knox unterstützt Lucy Letby – und löst damit neue Kontroversen aus

Amanda Knox hat sich öffentlich hinter Lucy Letby gestellt, die ehemalige Krankenschwester, die wegen des Mordes an sieben Babys verurteilt wurde. Bei einer kürzlichen Fragerunde zu ihrem Dokumentarfilm Mouth Of The Wolf äußerte Knox ihre Meinung zum Fall und gab bekannt, dass sie Letby im Gefängnis kontaktiert habe. Ihre Äußerungen stoßen seitdem auf Kritik bei der Familie von Meredith Kercher, der britischen Studentin, deren Mord Knox einst selbst vorgeworfen wurde.

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Der Austausch hat die Debatte über Knox' öffentliche Haltung zu Justizirrtümern neu entfacht – sowie über ihre eigene umstrittene Vergangenheit.

Erstmals sprach Knox ihre Unterstützung für Letby während einer Live-Veranstaltung zu ihrem Dokumentarfilm aus dem Jahr 2023 an. Mit Tränen in den Augen betonte sie, wie wichtig es sei, Urteile zu hinterfragen – selbst wenn keine eindeutigen Beweise für Unschuld vorlägen. Ein Zuschauer berichtete später, Knox habe Letby in einem privaten Schreiben im Gefängnis geraten, "an der Hoffnung festzuhalten".

Neben ihrer mündlichen Unterstützung schickte Knox Letby ein Exemplar ihrer 2021 erschienenen Autobiografie Frei (Waiting to Be Heard), in der sie ihr Leben nach dem Freispruch im Kercher-Prozess schildert. In ihrem Podcast zum Fall Letby verfolgt Knox einen faktenbasierten Ansatz und verzichtet auf persönliche Spekulationen über die verurteilte Krankenschwester.

Die Familie Kercher verurteilte Knox' Vorgehen umgehend scharf. Ihr Anwalt, Francesco Maresca, warf ihr vor, Merediths Andenken "zu vermarkten" und die Tragödie für persönlichen Gewinn auszunutzen. In einer Stellungnahme erklärte die Familie, es sei "jetzt genug", und kritisierte, dass Knox sich erneut in einen prominenten Fall einmische.

Knox' Engagement fällt in eine Phase, in der Letby gegen ihre Verurteilung in Berufung geht und seit ihrem Prozess 2023 weiterhin ihre Unschuld beteuert. Knox selbst verbrachte vier Jahre in einem italienischen Gefängnis, bevor ihr Mordurteil 2015 aufgehoben wurde.

Ihre öffentliche Unterstützung für Letby vertieft die Gräben zwischen ihr und der Familie Kercher, die ihr Handeln als unangemessen empfinden. Der Brief, die Autobiografie und die Podcast-Folgen sind nun Teil von Letbys rechtlicher und öffentlicher Argumentation im Rahmen ihres Berufungsverfahrens. Knox bleibt unterdessen eine polarisierende Figur – ihr Einsatz für andere ist untrennbar mit dem Erbe ihres eigenen Falls verknüpft.

Quelle