13 March 2026, 14:06

ZDK reformiert Satzung: Machtkampf mit dem Kfz-Handwerk eskaliert

Ein altes deutsches Aktienzertifikat mit blauem Rand und der Aufschrift "Schweiz Wagons-Fabrik A.G."

ZDK reformiert Satzung: Machtkampf mit dem Kfz-Handwerk eskaliert

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat weitreichende Satzungsreformen durchgesetzt, die mehr Transparenz schaffen und aktuelle Branchenanforderungen widerspiegeln sollen. Die im Januar beschlossenen Änderungen fallen in eine Phase eskalierender Spannungen mit dem Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeug-Handwerk (ZVK), insbesondere wegen Mitgliedsbeiträgen und organisatorischer Kontrolle.

ZDK-Präsident Thomas Peckruhn und Geschäftsführer Jürgen Hasler präsentieren die Neuerungen als notwendigen Schritt zur Modernisierung der Verbandsführung – auch um zu verhindern, dass Innungen nach dem Rückzug von Landesverbänden isoliert werden.

Die Reformen markieren einen deutlichen Bruch mit früheren Gepflogenheiten: Der ZDK hat gemeinsame Personalregelungen in Gremien abgeschafft und eine strikte Trennung vom ZVK vollzogen. Bisher besaß der ZVK drei garantierte Sitze im Vorstand, darunter ein Vizepräsidentenposten; die neuen Regeln reduzieren dies auf einen empfohlenen Vertreter aus dem Handwerk.

Ein zentraler Streitpunkt bleibt die Forderung des ZVK nach 95 Prozent der ZDK-Mitgliedsbeiträge. Der ZDK reagierte mit einer Überarbeitung der Gebührenstruktur, woraufhin der ZVK mit Klagen drohte. Zwar hat der Rechtsstreit um Abgasuntersuchungsgebühren (AÜK) an Brisanz verloren, doch die grundsätzlichen Konflikte um finanzielle Autonomie und Mitbestimmung bestehen fort.

Um einen Abwandern von Betrieben zu verhindern, führt der ZDK direkte Mitgliedschaftswege zur Bonner Zentrale ein. Zudem soll die regionale Einbindung gestärkt werden, etwa durch Aufklärung über mögliche Folgen eines Austritts. Peckruhn räumte die Belastung für Unternehmen ein, ließ aber eine Tür für eine Rückkehr des ZVK zur Zusammenarbeit offen.

Künftig werden Vorstandsposten nicht mehr vererbt oder automatisch vergeben, sondern über die Mitgliederversammlung besetzt – ein Schritt, den der Verband als Stärkung demokratischer Legitimation bezeichnet.

Die Reformen verändern die ZDK-Struktur grundlegend: Der Einfluss des ZVK schrumpft, Entscheidungen werden zentralisiert. Werkstätten können sich nun direkt dem Bundesverband anschließen, ohne Umweg über Landesverbände. Angesichts drohender Klagen und ungelöster Konflikte bahnt sich ein längerer Machtkampf um die Zukunft der deutschen Kfz-Branchenvertretung an.

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