Wohneigentum in Deutschland wird für viele zum unerschwinglichen Traum
Lukas RichterWohneigentum in Deutschland wird für viele zum unerschwinglichen Traum
Wohneigentum in Deutschland wird immer teurer – Mieten bleibt für viele die einzige Option
Der Kauf eines Eigenheims in Deutschland ist in den vergangenen Jahren deutlich teurer geworden. Steigende Immobilienpreise, strengere Vorschriften und höhere Steuern machen Wohneigentum für viele unerreichbar. Experten warnen, dass sich die Kluft zwischen Mieten und Kaufen weiter vergrößert – maßgeblich beeinflusst durch die staatliche Politik.
Zwischen 2010 und 2022 stiegen die Preise für Einfamilienhäuser, Zweifamilienhäuser und Eigentumswohnungen um durchschnittlich 94 Prozent. Bis zum letzten Quartal 2025 legten die Werte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum noch einmal um 3,0 Prozent zu. Treiber dieser Entwicklung waren unter anderem Bevölkerungswachstum, Wohnungsmangel und jahrelang niedrige Zinsen. Zudem befeuerten staatliche Anreize wie verbesserte KfW-Förderkredite für energieeffiziente Käufe und die CO₂-Bepreisung bei Sanierungen die Nachfrage.
Doch nicht nur die Kaufpreise steigen – auf Käufer kommen erhebliche Zusatzkosten zu. Maklergebühren, Notarkosten und die Grunderwerbsteuer schlagen mit mindestens 10 Prozent des Kaufpreises zu Buche. Die Grunderwerbsteuer allein stieg in einigen Bundesländern von 2 Prozent auf bis zu 6,5 Prozent. Eine Reform im Jahr 2025 verdoppelte zudem die durchschnittliche Grundsteuerlast und trieb die Kosten für Eigentümer weiter in die Höhe.
Hypotheken sind in Deutschland im internationalen Vergleich schwerer zugänglich und weniger erschwinglich. Hohe Zinsen und strenge Kreditvergaberichtlinien führen dazu, dass Käufer am Ende oft das Eineinhalbfache des ursprünglichen Kaufpreises zurückzahlen. Die Miete hingegen wird vom Staat stark subventioniert – was den Eigentumserwerb im Vergleich unverhältnismäßig teuer erscheinen lässt.
Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), schlägt sogar noch höhere Steuern auf Immobilien vor. Seine Vorschläge umfassen Abgaben auf Bodenwertsteigerungen, selbst wenn diese lediglich auf Währungsverfall und nicht auf reale Gewinne zurückgehen. Immer mehr Politiker betrachten Immobilienbesitz zunehmend als Einnahmequelle und führen verpflichtende Investitionen sowie Steuererhöhungen ein.
Die Kombination aus explodierenden Preisen, verschärften Regularien und steigenden Abgaben macht den Hauskauf in Deutschland zu einer finanziellen Herausforderung. Während Mieten subventioniert bleiben und Hypotheken schwerer zu bekommen sind, rückt Wohneigentum für viele in weite Ferne. Ein Umkehrtrend ist nicht in Sicht – zu sehr prägt die staatliche Politik den Markt.






