22 March 2026, 08:07

Willich streicht zwei Kitas – Eltern kämpfen um wohnortnahe Betreuung

Plakat mit dem Text 'Brauchen die Armen ihre Kinder's Hilfe?' neben Bildern von Kindern und Erwachsenen.

Willich streicht zwei Kitas – Eltern kämpfen um wohnortnahe Betreuung

Zwei geplante Kitas in Willich fallen Budgetkürzungen und sinkenden Anmeldezahlen zum Opfer

In Willich wurden zwei geplante Kindertageseinrichtungen aufgrund von Haushaltskürzungen und rückläufigen Anmeldezahlen gestrichen. Damit bleibt das generationenübergreifende Zentrum Reinershof das einzige noch laufende Neubauprojekt für Kinderbetreuung in der Stadt. Sorgen um die Finanzierung und die Rolle privater Investoren haben nun eine Elterninitiative auf den Plan gerufen, die klare Lösungen für Familien vor Ort fordert.

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Das Reinershof Intergenerationenzentrum, dessen Eröffnung für 2027 geplant ist, soll Seniorenwohnungen, eine Kita und Gemeinschaftsräume vereinen. Die Finanzierung basiert auf einer öffentlich-privaten Partnerschaft: Die Stadt Willich steuert Zuschüsse bei, das Land Nordrhein-Westfalen stellt Mittel bereit, und ein ortsansässiges Immobilienunternehmen übernimmt den Großteil der Baukosten in Höhe von geschätzten 25 Millionen Euro. Laut Vereinbarung wird der Investor die Einrichtung langfristig im Rahmen eines Erbpachtvertrags mit der Stadt betreiben.

Elternvertreterinnen wie Corinna Schulze von der Kita Alperhof kritisieren jedoch die mangelnde Transparenz des Projekts. Am 6. März richteten sie einen offenen Brief an Bürgermeister Pakusch – ohne Antwort. Nun wird ein zweiter Brief vorbereitet, in dem die städtische Behauptung infrage gestellt wird, längere Anfahrtswege zu alternativen Kitas seien unvermeidbar.

Die Initiative hat zudem die Kampagne "Kleine Füße, kurze Wege" gestartet und wirbt für eine wohnortnahe Kinderbetreuung. Ziel ist es, Stress durch weite Fahrten zu verringern, die Planbarkeit zu verbessern und Familien mehr gemeinsame Zeit zu ermöglichen. Um Lösungen insbesondere für den Norden und Nordosten Willichs zu finden, haben Eltern und der Förderverein der Kita Alperhof den Bürgermeister zu direkten Gesprächen eingeladen.

Da nur das Reinershof-Zentrum realisiert wird, bleibt unklar, wie Willich den Bedarf an Betreuungsplätzen decken will. Die Kampagne macht die Lücke zwischen aktuellem Angebot und den Anforderungen der Familien deutlich. Während die Eltern weiter auf Dialog drängen, stehen die nächsten Schritte der Stadt in Sachen Finanzierung und Betrieb unter kritischer Beobachtung.

Quelle