Willich passt Kita-Angebot an sinkende Geburtenraten und leere Plätze an
Julian SchmitzWillich passt Kita-Angebot an sinkende Geburtenraten und leere Plätze an
Willich gestaltet seine Kinderbetreuungsangebote angesichts veränderter Nachfrage und finanzieller Zwänge neu. Bis 2029 rechnet die Stadt aufgrund sinkender Geburtenraten mit einem Überschuss von 440 Kita-Plätzen. Einige Einrichtungen werden geschlossen oder verlegt, während andere ausgebaut werden, um sich den neuen Gegebenheiten anzupassen.
Die Änderungen folgen einem Jahrzehnt demografischer Verschiebungen in den nördlichen Stadtteilen wie Anrath, Neersen und Scherpenberg. Die Geburtenrate ist von 9,5 auf 8,2 pro 1.000 Einwohner gesunken, was zu kleineren Haushalten und einer stärkeren Abhängigkeit von den begrenzten Betreuungsmöglichkeiten führt.
Die Kita St. Irmgardis wird zum Ende des Kita-Jahres 2026/2027 ihre Türen schließen. Das Gebäude wird anschließend an die Villa Kunterbunt vermietet, die den Standort modernisieren und ihr Angebot erweitern will. Ab dem Kita-Jahr 2027/2028 bietet die Einrichtung unter dem neuen Träger Ganztagsbetreuung und Mittagsverpflegung an.
Die Kita Alperhof zieht derweil von ihrem aktuellen Standort zum Generationenprojekt Reinershof um. Das bestehende Gebäude wird abgerissen; die neue Adresse ist nur neun Minuten mit dem Auto oder 16 Minuten mit dem Bus entfernt. Ursprüngliche Pläne für einen Neubau der Kita Alperhof wurden aus Kostengünden verworfen.
Das Brückenprojekt Schatzkiste des DRK endet am 31. Juli 2026. Zudem verlängerte die Stadt die freiwillige Förderung für das Blaue Haus der AWO in Schiefbahn bis zum 31. Juli 2027, doch über eine mögliche Schließung soll vor diesem Termin beraten werden. Zwei geplante städtische Kitas wurden gestrichen, da die Verwaltung sie angesichts der sinkenden Nachfrage für entbehrlich hält.
Eltern in den nördlichen Stadtteilen Willichs äußern Bedenken wegen des Rückgangs lokaler Betreuungsangebote und warnen, dass dies junge Familien davon abhalten könnte, sich dort niederzulassen. Stadt und Kirchenverband haben zugesagt, den Dialog mit den Betroffenen während der Umstrukturierung aufrechtzuerhalten.
Die Umgestaltung spiegelt sowohl finanzielle Engpässe als auch den schrumpfenden Bedarf an Betreuungsplätzen wider. Bis 2029 wird Willich voraussichtlich 440 Plätze mehr anbieten, als benötigt werden. Einrichtungen wie die Villa Kunterbunt werden wachsen, während andere schließen oder umziehen, um sich der veränderten Bevölkerungsstruktur anzupassen. Die Verantwortlichen werden die Nachfrage weiterhin prüfen und im Austausch mit den Familien die Pläne weiterentwickeln.