US-Forschende fliehen nach Deutschland – während Russland-Kooperationen enden
Lotta HofmannUS-Forschende fliehen nach Deutschland – während Russland-Kooperationen enden
Immer mehr US-Forschende blicken nach Europa und Deutschland – seit Donald Trump sein Amt antrat. Der Wandel folgt auf drastische Kürzungen der Forschungsförderung in den USA, insbesondere in der Klimawissenschaft. Gleichzeitig erleben deutsche Akademische Austauschprogramme tiefgreifende Veränderungen: Das Interesse US-amerikanischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler steigt, während der Austausch mit Russland zwangsweise abgebrochen wird.
Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) bestätigt einen klaren Trend: Die Bewerbungen für seine Master-Stipendien in Deutschland haben sich mehr als verdoppelt. DAAD-Präsident Joybrato Mukherjee verweist auf die dynamische Entwicklung und sagt: "Aktuell gibt es sehr viel Bewegung." Der Anstieg fällt mit sinkenden Drittmittelzuwendungen an US-Universitäten zusammen – vor allem in klimarelevanten Fachbereichen.
Auch andere deutsche Einrichtungen verzeichnen ein wachsendes Interesse. Sowohl die Alexander von Humboldt-Stiftung als auch die Max-Planck-Gesellschaft melden eine deutliche Zunahme an Anfragen von US-Forschenden. Gleichzeitig lässt das Interesse deutscher Studierender an einem Aufenthalt in den USA nach: Die Nachfrage nach Plätzen in den Vereinigten Staaten ist um etwa zehn Prozent zurückgegangen.
Der DAAD stellt zudem seine Aktivitäten in Russland ein, nachdem das russische Justizministerium die Organisation als "unerwünschte Auslandsorganisation" eingestuft hat. Betroffen sind das DAAD-Büro in Moskau sowie das Deutsche Wissenschafts- und Innovationshaus. Russischen Bürgerinnen und Bürgern, die mit dem DAAD kooperieren, drohen nun strafrechtliche Konsequenzen.
Die Entwicklungen spiegeln größere Verschiebungen in der globalen akademischen Mobilität wider: Kürzungen in den USA und politische Veränderungen treiben Forschende nach Europa, während deutsche Institutionen auf die steigende Nachfrage reagieren. Der erzwungene Rückzug aus Russland prägt zudem die internationale Ausrichtung des DAAD neu.
Germany Launches 1000-Köpfe Initiative to Attract US Researchers
New policy measures aim to capitalise on the rising trend of US academics relocating to Germany. Key developments include:
- A coalition-backed '1000-Köpfe-Anwerbeprogramm' to recruit international talent.
- A proposed 'Meitner-Einstein-Programme' targeting 100 top US researchers.
- Regional efforts in Berlin and Baden-Württemberg to establish dedicated research funds.






