13 March 2026, 10:06

Untersuchung findet keine Belege für rituellen Missbrauch in deutschen Bistümern

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Untersuchung: Keine Hinweise auf Ritualmissbrauch in Diözesen - Untersuchung findet keine Belege für rituellen Missbrauch in deutschen Bistümern

Untersuchung zu Vorwürfen rituellen sexuellen Missbrauchs in deutschen Bistümern findet keine Belege

Eine Untersuchung zu Behauptungen über rituellen sexuellen Missbrauch in mehreren deutschen Bistümern hat keine Hinweise gefunden, die die Vorwürfe stützen. Der Bericht, der sich auf Aussagen Betroffener konzentriert, deutet darauf hin, dass deren Schilderungen auf falschen Erinnerungen beruhen könnten, die durch Therapien beeinflusst wurden. Kritiker werfen Beratungsstellen und Therapeuten vor, eine Rolle bei der Prägung dieser Erzählungen gespielt zu haben.

Die Ermittlungen prüften Anschuldigungen von Personen, die von organisierten Netzwerken hochrangiger Kleriker – darunter Kardinäle und Bischöfe – berichteten, die in schwere Verbrechen verwickelt sein sollen. Zu den Vorwürfen zählten Vergewaltigungen, erzwungene Abtreibungen und Tötungsdelikte. Doch die Untersuchenden fanden keine konkreten Beweise für solche Taten.

Gespräche mit den Betroffenen und psychologische Gutachten ergaben, dass ihre Beschreibungen vermutlich auf suggestive therapeutische Methoden zurückzuführen sind. Die an der Studie beteiligten Psychologen kamen zu dem Schluss, dass die Erinnerungen an rituellen Missbrauch wahrscheinlich falsch sind. Der Bericht kritisiert zudem frühere Beratungsangebote, insbesondere im Bistum Münster, weil sie das Vertrauen der Betroffenen in diese Erinnerungen verstärkt statt hinterfragt hätten.

Die Münsteraner Beratungsstelle wurde im März 2023 geschlossen, doch die Autor:innen der Untersuchung halten diesen Schritt für längst überfällig. Sie wiesen darauf hin, dass Therapeuten möglicherweise unbewusst Klient:innen zu ausführlichen, aber unbegründeten Missbrauchsschilderungen geleitet hätten. Trotz fehlender Beweise räumt der Bericht ein, dass einige Betroffene erst kürzlich an die Öffentlichkeit traten und mit Stigmatisierung sowie Druck konfrontiert waren, ihre Aussagen zurückzunehmen. Initiativen wie der Eckige Tisch unterstützten sie dabei, ihre Stimme zu erheben.

Der Abschlussbericht wird in einer geschwärzten und anonymisierten Fassung veröffentlicht, um die Identitäten zu schützen.

Die Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass es keine Hinweise auf rituelle Gewalt in den Bistümern gibt, da objektive Belege fehlen. Sie verweist auf die Risiken suggestiver Therapien bei der Entstehung falscher Erinnerungen. Die Ergebnisse werfen Fragen auf, wie Beratungsstellen künftig mit sensiblen Missbrauchsvorwürfen umgehen sollten.

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