29 April 2026, 04:20

Über 200 Schulprojekte gegen Rassismus droht das Förder-Aus – was jetzt passiert

Plakat für den American Rescue Plan, mit Text, der besagt, dass es die Kindarmut in der Hälfte reduzieren würde, und einem Bild einer vielfältigen Gruppe von Menschen.

Über 200 Schulprojekte gegen Rassismus droht das Förder-Aus – was jetzt passiert

Über 200 Antidiskriminierungsprojekte an deutschen Schulen stehen vor plötzlichem Ende der Bundesförderung

Bis Jahresende droht mehr als 200 Antidiskriminierungsinitiativen an deutschen Schulen die staatliche Finanzierung gestrichen zu werden. Viele dieser Projekte sind in Ostdeutschland angesiedelt – einer Region, in der rechtsextreme Tendenzen in den vergangenen Jahren zugenommen haben. Die Kürzungen gefährden Programme, die sich gegen Rassismus und Extremismus engagieren und benachteiligte Jugendliche unterstützen.

An einer betroffenen Schule koordiniert der 17-jährige Felix Bjerke das Programm "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage". Rund 90 Prozent seiner Mitschüler:innen haben einen Migrationshintergrund; in Workshops werden Themen wie Antirassismus, Antisemitismus und Verschwörungstheorien behandelt. Bjerkes Schule arbeitet mit externen Organisationen wie 180 Grad Wende und Transaidency zusammen, die Fachwissen einbringen, das Lehrkräfte allein nicht leisten können.

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Die Förderkürzungen haben bei Pädagog:innen zu Unsicherheit geführt, selbst bei politisch weniger brisanten Themen wie dem Klimawandel. Viele vermeiden mittlerweile kontroverse Diskussionen aus Sorge, gegen unklare Neutralitätsvorgaben zu verstoßen. Als Reaktion haben sich über 200 Nichtregierungsorganisationen – darunter die Amadeu Antonio Stiftung – der Petition "Schulen positionieren sich" angeschlossen. Die Kampagne fordert die Weiterführung von Projekten, die queere Jugendliche stärken, rassistische Diskriminierung bekämpfen und demokratische Werte verteidigen.

Bildungsministerin Karin Prien rechtfertigte die Änderungen mit dem Vorwurf, das bisherige Programm habe ein "linksliberales Milieu" begünstigt. Kritiker:innen werfen der Politik vor, damit wichtige Strukturen abzubauen, die rechtsextremen Tendenzen entgegenwirken und schutzbedürftige Schüler:innen unterstützen.

Ohne Bundesförderung fallen für Schulen spezielle Workshops und Fachfortbildungen weg. Die Initiator:innen der Petition warnen, dass die Finanzierungslücke die Bemühungen schwächen werde, Hass und Diskriminierung im Klassenzimmer entgegenzutreten. Die endgültige Entscheidung über den Haushalt steht noch aus – die Zeit wird knapp.

Quelle