06 May 2026, 14:15

TikTok-Trend "Scientology-Speedrun": Warum Jugendliche Sekten-Gebäude stürmen

Aufsteigen im Sektenhaus

TikTok-Trend "Scientology-Speedrun": Warum Jugendliche Sekten-Gebäude stürmen

„Scientology-Speedrun“: Neue TikTok-Challenge erreicht Deutschland

Ein neuer TikTok-Trend namens Scientology-Speedrun hat Deutschland erreicht. Junge Menschen stürmen Scientology-Kirchen, filmen ihre Versuche, möglichst tief in die Gebäude vorzudringen – und behandeln die Etagen wie Level in einem Videospiel, während Sicherheitskräfte als zu überwindende Hindernisse gelten.

Der Trend begann in Berlin, im Scientology-Zentrum an der Otto-Suhr-Allee in Charlottenburg. Eine lokale Bloggerin, online bekannt als @larahertha, rief ihre Follower zum Mitmachen auf. Als sie selbst am Standort in Charlottenburg auftauchte, kam es zu einem Polizeieinsatz.

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Bei der Challenge geht es darum, so weit wie möglich in die Gebäude der Sekte vorzudringen, bevor man gestoppt wird. Die Sicherheitskräfte werden als „NPCs“ – nicht spielbare Charaktere – aus einem Computerspiel stilisiert, jede Etage gilt als neues Level, das es zu erobern gilt. Während einige den Trend als Protest gegen die umstrittene Organisation sehen, geht es den meisten Teilnehmern allein um Content für soziale Medien.

In Deutschland kann das widerrechtliche Betreten von Scientology-Einrichtungen mit Geldstrafen oder sogar Haft bis zu einem Jahr bestraft werden. Trotzdem planen Nutzer in @laraherthas Community bereits ihre nächsten Ziele – in Diskussionen wird sogar der Bundestag als möglicher Schauplatz genannt.

Scientology, das in Deutschland 2024 etwa 3.600 Mitglieder zählt, hat auf den Trend mit verschärften Sicherheitsvorkehrungen reagiert. Einige Niederlassungen in den USA haben den Zutritt bereits stärker kontrolliert. Die Kernaufgabe der Organisation bleibt die Verbreitung ihrer Lehre und die Schaffung sogenannter „Clears“ – Menschen, die durch ihre Methoden angeblich „vollkommene geistige Freiheit“ erreichen sollen.

Die Challenge verbreitet sich rasant: In anderen deutschen Städten gibt es bereits Aufrufe zur Nachahmung. Die Behörden haben noch nicht erklärt, wie sie mit weiteren Versuchen umgehen werden. Doch der Polizeieinsatz in Charlottenburg deutet auf eine harte Linie gegen unerlaubtes Eindringen hin.

Der Scientology-Speedrun zeigt keine Anzeichen einer Verlangsamung – im Gegenteil: Die Teilnehmer suchen bereits neue Ziele. Wer mitmacht, riskiert in Deutschland rechtliche Konsequenzen, von Geldstrafen bis zu Haft. Gleichzeitig rüstet Scientology seine Sicherheit auf, während der Trend online weiter an Fahrt gewinnt.

Quelle