08 May 2026, 08:06

Strompreise in Deutschland erstmals 2024 unter null – wer profitiert wirklich?

Balkendiagramm, das die Stromerzeugung aus Wind- und Solarenergie in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Strompreise in Deutschland erstmals 2024 unter null – wer profitiert wirklich?

Strompreise in Deutschland erstmals 2024 im Minus – Verbraucher mit dynamischen Tarifen profitieren

Am Sonntag fielen die Strompreise in Deutschland erstmals in diesem Jahr unter null – ein Vorteil für Kunden mit dynamischen Tarifen. Der ungewöhnliche Preisverfall wurde durch eine Kombination aus starkem Sonnenschein und kräftigem Wind ausgelöst, die die Erzeugung erneuerbarer Energien auf Rekordniveau trieb. Experten warnen nun, dass solche Ereignisse aufgrund anhaltender Marktprobleme häufiger auftreten könnten.

Der Preiseinbruch begann um 9 Uhr, als die Großhandelspreise unter die Nullmarke rutschten. Bis 17 Uhr blieben sie negativ und erreichten zwischen 13 und 14 Uhr mit minus 250,32 Euro pro Megawattstunde ihren Tiefststand. Für Endverbraucher im Kölner Raum ergab sich daraus ein Nettopreis von minus 8,6 Cent pro Kilowattstunde, in einigen Regionen lag er sogar noch niedriger.

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Das als „Sonniger Wind“ bekannte Phänomen tritt auf, wenn Solaranlagen und Windräder gleichzeitig auf Hochtouren laufen. Die Überschussenergie flutet das Netz und drückt die Preise nach unten. In Gebieten mit geringeren Netzentgelten sanken die Nettopreise für Tibber-Kunden sogar auf bis zu minus 12 Cent pro Kilowattstunde.

Doch am selben Tag gab es auch extreme Preisschwankungen: Um 20 Uhr schnellte Tibbers dynamischer Tarif auf 36 Cent pro Kilowattstunde hoch – der höchste Wert des Tages. Merlin Lauenburg, Deutschland-Chef von Tibber, sagte voraus, dass dieser Sommer bei negativen Strompreisen neue Rekorde brechen werde, nachdem es im vergangenen Jahr bereits 457 Stunden mit Großhandelspreisen unter null gegeben habe.

Die mangelnde Flexibilität des Marktes bleibt ein zentrales Problem. Experten warnen, dass solche extremen Schwankungen anhalten könnten. Während einige Verbraucher von den negativen Preisen profitieren, indem sie in dieser Phase Strom nutzen, müssen andere hohe Kosten tragen, sobald die Nachfrage steigt und das Angebot knapper wird.

Das Ereignis markiert die erste negative Preisphase des Jahres 2024 – doch es könnte nicht die letzte bleiben. Nutzer dynamischer Tarife sparten Geld, indem sie während des Preisrutschs Strom verbrauchten, während andere abends höhere Sätze zahlen mussten. Angesichts des wachsenden Anteils erneuerbarer Energien dürften ähnliche Preisschwankungen die Entwicklung des deutschen Strommarktes weiterhin prägen.

Quelle