Steffi: Wie die DDR-Puppe zur Kultfigur und Barbie-Alternative wurde
Lotta HofmannModepuppe Steffi: Die Barbie des Sozialismus wird 60 - Steffi: Wie die DDR-Puppe zur Kultfigur und Barbie-Alternative wurde
1966 führte die DDR Steffi ein, eine Modepuppe, die als heimische Alternative zu westlichen Ikonen wie Barbie konzipiert wurde. Entwickelt von Margot Schmied und nach ihrer Tochter benannt, avancierte die Puppe schnell zu einem kulturellen Symbol. Im Gegensatz zu ihrem amerikanischen Pendant verfügte Steffi von Anfang an über realistischere Körperproportionen und eine vielfältigere Hautfarbenpalette.
Hergestellt wurde Steffi in der VEB Puppenfabrik Biggi, einem staatlichen Betrieb in Waltershausen – einer Stadt, die als Zentrum des DDR-Puppenbaus galt. Ihr Design spiegelte den Zeitgeist wider: mit strengerer Frisur und dezenterem Make-up im Vergleich zu Barbies weicherer Optik. Allein zwischen 1968 und 1978 produzierte die Fabrik offiziell 142 verschiedene Berufsoutfits für die Puppe, die ein breites Spektrum an Tätigkeitsfeldern präsentierten.
Die Puppe wurde häufig exportiert und diente oft als diplomatisches Geschenk für ausländische Würdenträger. Diese Exporte brachten der DDR dringend benötigte Devisen ein. Zudem setzte Steffi mit ihrer progressiven Haltung zur rassischen Vielfalt Maßstäbe – lange bevor Barbie ähnliche Schritte unternahm.
Heute sind originale Steffi-Puppen begehrte Sammlerstücke. Die Preise liegen je nach Zustand und Vorhandensein der Originalaccessoires zwischen 20 und 200 Euro. Zu beachten ist, dass die moderne Steffi LOVE-Puppe der Simba-Dickie-Gruppe keine Verbindung zur ursprünglichen DDR-Version aufweist.
Steffi bleibt ein bemerkenswertes Stück DDR-Geschichte, das für ihr realistisches Design und ihre Rolle im Handel in Erinnerung bleibt. Sammler schätzen sie weiterhin als einzigartige Alternative zu westlichen Modepuppen. Ihr Erbe lebt fort – selbst wenn unter demselben Namen neue Versionen auf den Markt kommen.