Stefan Raabs RTL-Comeback enttäuscht mit Quoten und sorgt für interne Konflikte
Julian SchmitzStefan Raabs RTL-Comeback enttäuscht mit Quoten und sorgt für interne Konflikte
Stefan Raabs Rückkehr zu RTL bringt gemischte Ergebnisse für den Sender
Die Rückkehr von Stefan Raab zu RTL hat für den Sender unterschiedliche Folgen gehabt. Zwar sorgten seine Formate zunächst für Aufmerksamkeit, doch die Einschaltquoten gingen anschließend zurück – zurück bleiben finanzielle Verpflichtungen und interne Spannungen. Die Stimmung unter den Mitarbeitenden soll angesichts von Sparmaßnahmen und Raabs hoch dotiertem Vertrag auf einem Tiefpunkt sein.
RTL hatte Raab mit großen Erwartungen unter Vertrag genommen und seiner Produktionsfirma ein Mindestvolumen von 90 Millionen Euro für Produktionen zugesichert. Seine erste Show, "Hier gewinnst du keine Million", startete auf RTL+ als Teil einer Strategie, Abonnements für die Streaming-Plattform zu steigern. Zwar führte das anfängliche Interesse zu einem Anstieg der Neuanmeldungen, doch sinkende Quoten – insbesondere bei jüngeren Zuschauer:innen – zwangen den Sender, das Format vor seiner endgültigen Absetzung ins lineare Fernsehen zu verlegen.
Auch Raabs zweite Show, "Die Stefan Raab Show", konnte nicht an die Erfolge seiner früheren Projekte anknüpfen. Die Zuschauerzahlen liegen unter denen seiner vorherigen Formate, was Zweifel an der Investition aufkommen lässt. RTL hatte Raab als Zugpferd für die Streaming-Plattform RTL+ positioniert, doch die schwache Performance seiner Inhalte stellt diese Strategie nun infrage.
Intern hat die Situation für Unmut gesorgt. Ein RTL-Mitarbeiter bestätigte, dass die Stimmung angespannt sei: Während die Belegschaft unter Kostendruck stehe, bleibe Raabs Vertrag unangetastet. Der YouTuber Klengan deutete an, dass geringe Werbeeinnahmen aus seinen Shows möglicherweise zu Entlassungen oder auslaufenden Verträgen beigetragen hätten. Trotz alledem betont RTL öffentlich, mit Raabs Medienpräsenz und Resonanz zufrieden zu sein – dabei läuft sein Vertrag noch fast drei Jahre bis 2027.
Inga Leschek, Chief Content Officer von RTL Deutschland, hatte prognostiziert, dass Raabs Rückkehr neue Abonnent:innen gewinnen werde. Bisher jedoch bleiben die Ergebnisse hinter den Erwartungen zurück, sodass der Sender nun zwischen finanziellen Verpflichtungen und sich wandelnden Sehgewohnheiten lavieren muss.
RTL steht vor einem Dilemma: Ein teurer Langzeitvertrag muss erfüllt werden, während die Quoten sinken und die Unzufriedenheit im Haus wächst. Mit einem bis 2027 laufenden Vertrag mit Raab muss der Sender nun entscheiden, wie er seine Strategie anpasst. Die Entwicklung wird voraussichtlich prägend für RTLs künftigen Umgang mit Star-Talenten und Streaming-Investitionen sein.






