Solinger Mietspiegel-Entwurf löst politische Kritik und Forderungen aus
Jakob WagnerSolinger Mietspiegel-Entwurf löst politische Kritik und Forderungen aus
Ein Entwurf des qualifizierten Mietspiegels für Solingen hat bei lokalen Politikern Besorgnis ausgelöst. Der fraktionslose SPD-Stadtrat Markus Preuss reichte dazu eine offizielle Anfrage für die Sitzung des Stadtrats am 9. November ein. Zudem forderte er vom Oberbürgermeister eine zeitnahe Stellungnahme noch vor der nächsten Ratssitzung an.
Preuss kritisierte in seiner Anfrage mehrere Schwachstellen des Entwurfs. So werden Wohnungen unterschiedlicher Größe miteinander verglichen, ohne zu berücksichtigen, wie viele Personen darin leben. Auch werden unter Marktpreis liegende Mieten, die sich auf Haushalte mit Sozialleistungen auswirken, nicht angemessen gewichtet.
Darüber hinaus fehlt im Dokument eine klare Definition der Entfernungsregeln für die Kategorie G, die Immobilien in der Nähe von Grünflächen umfasst. Dadurch erhalten Adressen wie Sandstraße 33, Schieferweg, Schaberger Straße und Lindenbaumstraße – allesamt von Parks oder Feldern umgeben – keinen Aufschlag von 0,50 Euro für nutzbare Grün- und Freiflächen.
Weitere Kritikpunkte betreffen veraltete Lärmbewertungen. Der im Mietspiegel angegebene Wert für die Beethovenstraße 129 basiert nicht auf aktuellen Messungen und könnte auf subjektiven Einschätzungen beruhen. Trotz starken Autoverkehrs in der Gegend wurde kein Lärmabschlag von 0,26 Euro pro Quadratmeter berücksichtigt.
Zudem werden Einbauküchen fälschlicherweise nicht als teilmöbliert eingestuft, obwohl sie einen tatsächlichen Wert darstellen. Während nachträglich gedämmte Wohnungen belohnt werden, bleiben Immobilien, die bereits die Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) erfüllen, unberücksichtigt.
Der Entwurf des qualifizierten Mietspiegels weist demnach Lücken und Widersprüche auf. Immobilien in der Nähe von Grünflächen erhalten keine Aufschläge, während Lärmbelastung und Energieeffizienz ungleich gewichtet werden. Stadtrat Preuss drängt auf Klärung noch vor der nächsten Ratssitzung.






