Solinger Klinikum löst mit Team-Abwerbung einen Eklat in der Neurologie aus
Julian SchmitzSolinger Klinikum löst mit Team-Abwerbung einen Eklat in der Neurologie aus
Städtisches Klinikum Solingen löst mit Abwerbung des Neurologie-Teams von der St.-Lukas-Klinik Kontroverse aus
Die Abwerbung des gesamten Neurologie-Teams der St.-Lukas-Klinik durch das Städtische Klinikum Solingen hat für Aufsehen gesorgt und zum Scheitern der Partnerschaft mit der Kplus Gruppe geführt. Der Schritt stößt bei dem Gesundheitsdienstleister auf scharfe Kritik, der daraufhin seine Pläne für die neurologische Versorgung in der Region zurückgezogen hat.
Die Neurologie-Abteilung der St.-Lukas-Klinik umfasste über 90 Mitarbeiter, darunter 26 Ärzte und mehr als 60 Pflegekräfte. Nach dem Rücktritt des Chefarztes und großer Teile der leitenden Ärzteschaft warb das Städtische Klinikum Solingen das gesamte Team ab. Diese Personalentscheidung veranlasste die Kplus Gruppe, ihren Antrag für neurologische Leistungen in Solingen und im südlichen Kreis Mettmann ab 2024 fallen zu lassen.
Ein Sprecher der Kplus Gruppe, Kai Siekötter, verurteilte das Vorgehen des Klinikums als „unredlich und unwürdig“. Rechtsvertreter des Unternehmens warfen der Einrichtung vor, aus reinem wirtschaftlichen Eigeninteresse und nicht zum Wohl der Patienten gehandelt zu haben. Als Reaktion verlagert die Kplus Gruppe nun ihren Fokus auf den Ausbau der stationären Versorgung in Hilden und die Stärkung der ambulanten Angebote in Haan.
Trotz des Rückschlags bleibt die gerichtlich überwachte Sanierung des Unternehmens im Plan. Die finalen Investorenvereinbarungen werden derzeit umgesetzt, ein Austritt aus dem Verfahren wird für das erste Quartal 2024 erwartet. Die Kplus Gruppe wird ihre Restrukturierung Anfang 2024 abschließen und sich damit eine stabilere Zukunft sichern. Der Rückzug aus dem Solinger Neurologie-Markt markiert eine strategische Neuausrichtung des Unternehmens.
Der Konflikt unterstreicht die Spannungen zwischen Gesundheitsanbietern, die um spezialisierte Fachkräfte konkurrieren.
