17 March 2026, 00:46

Solinger Kirchenkreis plant radikale Schließungen und Umstrukturierung seiner Gebäude

Eine evangelische Kirche steht in der Mitte einer Straße, mit einer Straße unten, Pflanzen und Bäumen im Hintergrund und einem klaren blauen Himmel darüber.

Solinger Kirchenkreis plant radikale Schließungen und Umstrukturierung seiner Gebäude

Solinger Kirchenkreis plant tiefgreifende Umstrukturierung seiner Immobilien

Der Evangelische Kirchenkreis Solingen steht vor weitreichenden Veränderungen bei seinen Gebäuden. Eine Arbeitsgruppe hat erste Vorschläge vorgelegt, welche Liegenschaften langfristig erhalten, überprüft oder geschlossen werden sollen. Hintergrund sind sinkende Mitgliederzahlen und wachsende finanzielle Belastungen.

Bis Mitte der 2030er-Jahre rechnet der Kirchenkreis nur noch mit der Hälfte seiner aktuellen Mittel. Dies zwingt zu einer Neubewertung, wie Kirchenräume genutzt und instand gehalten werden können.

Ein siebenköpfiges Team unter Leitung von Hartmut Hoferichter hat eine Strategie erarbeitet, um die Zukunft der Immobilien des Kirchenkreises zu sichern. Der Plan unterteilt die Gebäude in drei Kategorien: solche, die langfristig erhalten bleiben, solche, die einer weiteren Prüfung bedürfen, und solche, die für die kirchliche Nutzung nicht mehr tragfähig sind.

Fünf Standorte – die Ohliger Protestantische Stadtkirche, die Waldkirche, die Dorper Kirche, die Evangelische Kirche Gräfrath sowie drei Gemeindezentren – sollen langfristig gesichert werden. Die Christuskirche, das Gemeindezentrum Rupelrath, die Evangelische Kirche Mangenberg, das Gemeindehaus Corinthstraße und die Stadtkirche Mitte werden hingegen weiter geprüft, bevor eine Entscheidung fällt.

Fünf weitere Einrichtungen – die Evangelische Kirche Merscheid, die Widdertkirche, die Ketzberger Kirche, das Gemeindezentrum Zwinglistraße und die Lutherkirche – gelten als nicht mehr nachhaltig für die kirchliche Nutzung. Die Umstrukturierung steht zudem im Einklang mit dem Ziel der rheinischen Landeskirche, alle Gebäude bis 2035 klimaneutral zu gestalten – was kostspielige Sanierungen erfordert.

Eine besondere Synode am 14. März 2026 wird die Vorschläge detailliert beraten. Endgültige Beschlüsse werden bis Ende 2027 erwartet. Der Prozess berücksichtigt nicht nur praktische Aspekte, sondern auch die emotionalen Auswirkungen auf Gemeinden und Anwohner.

Die Pläne markieren einen Einschnitt für den Solinger Kirchenkreis. Angesichts schrumpfender Mitgliederzahlen und knapper werdender Haushalte muss die Infrastruktur neu gedacht werden. Die Ergebnisse werden prägen, wie Kirchen und Gemeindehäuser die Menschen in den kommenden Jahrzehnten begleiten.

AKTUALISIERUNG

Lutherkirche verschiebt den Fokus auf kulturelle Veranstaltungen nach 2030

Die Lutherkirche in Solingen wird nach 2030 keine regelmäßigen Sonntagsgottesdienste mehr abhalten, bleibt jedoch als Veranstaltungsort für spezielle Events und kulturelle Aktivitäten erhalten. Der Gemeindeleiter Hansjörg Schweikhart betonte, dass die Kirche für Weihnachtsgottesdienste, Konfirmationen und große Veranstaltungen offen bleibt. Die Zukunft des Gebäudes umfasst auch eine erweiterte kulturelle Programmgestaltung und erhöhte Fundraising-Bemühungen durch eine neue Website und Social-Media-Kampagnen.