08 June 2026, 06:05

Solinger Kirche setzt seit 2018 Maßstäbe im Kampf gegen sexualisierte Gewalt

"Auch wichtig für die Glaubwürdigkeit unserer Präventions- und Aufklärungsarbeit in Solingen"

Solinger Kirche setzt seit 2018 Maßstäbe im Kampf gegen sexualisierte Gewalt

Die Evangelische Kirche in Solingen verfolgt seit 2018 eine strenge Schutzpolitik gegen sexualisierte Gewalt. Dies steht im Kontext anhaltender Bedenken hinsichtlich des Schutzes vor Missbrauch innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Das Thema hat durch den jüngsten Rücktritt von Annette Kurschus, der ehemaligen Ratsvorsitzenden der EKD und präisdierenden Bischofin von Westfalen, neue Aufmerksamkeit erhalten.

Annette Kurschus trat von ihren Ämtern zurück, nachdem ihr vorgeworfen worden war, in den späten 1990er-Jahren nicht auf schwere Vorwürfe gegen einen Kirchenmitarbeiter reagiert zu haben. In ihrer Rücktrittserklärung bestritt sie, damals von den Anschuldigungen gewusst zu haben. Ihr Rückzug hat Debatten über Verantwortung und Opferunterstützung innerhalb der Kirche ausgelöst.

In Solingen hat der örtliche evangelische Kirchenkreis bereits seit Langem eigene Maßnahmen ergriffen. Seit 2018 gilt dort das „Schutzkonzept gegen Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung und sexualisierte Gewalt“. Es schreibt verbindliche Schulungen für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Führungskräfte vor. Zudem bietet das Konzept klare Ansprechpartner für Vertrauenspersonen und externe Beratungsstellen.

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Thomas Förster, stellvertretender Superintendent des Kirchenkreises Solingen und Synodalassessor, sieht in Kurschus’ Rücktritt eine Chance. Sein Ziel ist es, den Fokus nun wieder auf den Opferschutz und die konsequente Umsetzung von Schutzmaßnahmen zu lenken. Das Solinger Konzept umfasst Richtlinien zur Meldung von Vorfällen und – falls erforderlich – die Einbindung der Strafverfolgungsbehörden. Betroffenen steht Unterstützung zu, unabhängig davon, wann der Missbrauch stattfand.

Details zum Schutzkonzept sowie Kontaktdaten für Hilfsangebote sind auf der Website der Klingenkirche veröffentlicht.

Die Politik der Solinger Kirche garantiert Schulungen, Meldeverfahren und Zugang zu Unterstützung für Betroffene sexualisierter Gewalt. Mit dem Rücktritt von Kurschus rückt die Stärkung dieser Schutzmechanismen in der gesamten EKD erneut in den Mittelpunkt. Das bestehende Solinger Modell bleibt dabei ein Vorbild für den Umgang mit solchen Fällen.

Quelle