Solingens Innenstadt im freien Fall: Warum die Stadt jetzt handeln muss
Jakob WagnerSolingens Innenstadt im freien Fall: Warum die Stadt jetzt handeln muss
Solingens Innenstadt verkommt seit Jahren schleichend. Heute prägt sie ein trauriges Bild: Leerstehende Läden, ein schrumpfendes Warenangebot, kaum gastronomische Vielfalt und ein Mangel an sozialen Begegnungsstätten. Wirtschaftliche und soziale Probleme haben die prekäre Lage weiter verschärft.
Viele Ursachen für den Niedergang liegen außerhalb des Einflussbereichs der Stadt. Größere Städte haben wichtige Dienstleistungen abgeworben, während die industrielle Produktion ins Ausland verlagert wurde. Discounter und der Online-Handel haben das Problem zusätzlich verschärft.
Die lokale Politik hat zwar mit Einzelprojekten und Fachkonzepten gegengesteuert, doch ein umfassendes Masterplan für das gesamte Gebiet fehlt bis heute. Walsken betont, dass eine erfolgreiche Stadtentwicklung über die Innenstadt hinaus auch angrenzende Viertel wie die Mangenberger Straße, die Friedrichstraße, den Graf-Wilhelm-Platz und das Werwolf-Viertel einbeziehen muss.
Er plädiert für einen ganzheitlichen Ansatz beim innerstädtischen Ringsystem, der städtische Planung, soziale, kulturelle, klimatische, verkehrstechnische und gemeinwesenorientierte Belange verbindet. Dabei seien eine breite Bürgerbeteiligung und der Input externer Expert:innen unverzichtbar.
Um den Abwärtstrend umzukehren, müsse die Stadt laut Walsken eine moderne, mobile und gut verdienende Zielgruppe anziehen. Konkrete Maßnahmen wären etwa eine stärkere Vernetzung der Glasernen Werkstatt mit lokalen Technologiezentren, mehr Student:innenwohnheimplätze, ein dezentrales Gesundheitssystem sowie Beratungsangebote zu Digitalisierungsfragen. Langfristig sei der Wechsel von isolierten Projekten zu einer flächendeckenden Entwicklungsstrategie entscheidend.
Der Verfall der Innenstadt hält an – doch Walskens Vision weist einen Weg aus der Krise. Ein detaillierter Masterplan mit breiter Einbindung könnte die Ursachen bekämpfen und das Viertel neu beleben. Ohne ihn droht der Niedergang ungebremst weiterzugehen.
