Solingen plant massive Kita-Gebührenerhöhung – bis zu 400 Euro pro Monat und Kind
Lotta HofmannSolingen plant massive Kita-Gebührenerhöhung – bis zu 400 Euro pro Monat und Kind
Die Stadtverwaltung von Solingen plant eine drastische Erhöhung der Kinderbetreuungsgebühren. Die vorgeschlagenen Kosten könnten auf über 400 Euro pro Kind und Monat steigen. Lokale Wirtschaftsvertreter üben scharfe Kritik an dem Vorhaben.
Das Team von Oberbürgermeister Tim Kurzbach beabsichtigt, die Gebühren für Kitas in ganz Solingen anzuheben. Die geplante Maßnahme stößt auf sofortigen Widerstand beim Mittelstandsverband.
Gerlinde Steingruber, Vorsitzende des Verbandes, warnte, dass hohe Kosten Familien davon abhalten könnten, sich in der Stadt niederzulassen. Sie verwies darauf, dass benachbarte Kommunen günstigere oder sogar kostenlose Kinderbetreuung anbieten – ein Faktor, der Bewohner zum Wegzug veranlassen könnte.
Ihr Stellvertreter Marc Westkämper bezeichnete die geplante Regelung als „rückschrittlich und frauenfeindlich“. Er argumentierte, dass hohe Gebühren es Müttern erschweren würden, nach der Geburt wieder in den Beruf einzusteigen. Sowohl Steingruber als auch Westkämper warfen dem Oberbürgermeister vor, gezielt die Mittelschicht zu belasten, und forderten ihn auf, stattdessen die Verwaltungskosten zu senken.
Kritiker befürchten zudem, dass die Gebührenerhöhung den Fachkräftemangel in der Stadt verschärfen könnte, indem Solingen für berufstätige Familien an Attraktivität verliert.
Die geplante Gebührenanpassung wird derzeit noch diskutiert. Sollte sie umgesetzt werden, müssten Familien künftig mehr als 400 Euro monatlich pro Kind für die Kita-Betreuung zahlen. Wirtschaftsvertreter warnen, dass dies Bewohner vertreiben und die lokalen Arbeitsmarktlücken weiter vergrößern könnte.






