21 March 2026, 20:05

Schulbarometer 2025/26: Psychische Belastung bei Schüler:innen erreicht alarmierenden Höhepunkt

Ein Dokument aus dem Jahr 1797 mit einer detaillierten Zeichnung eines weißen Hauses mit rotem Dach, unterzeichnet von der Schleswig-Holstein-Schule Delmar in Deutschland, mit Text, der wahrscheinlich die Schulgeschichte beschreibt.

Schulbarometer 2025/26: Psychische Belastung bei Schüler:innen erreicht alarmierenden Höhepunkt

Ein neuer Bericht wirft ein Schlaglicht auf die wachsende psychische Belastung unter deutschen Schülerinnen und Schülern – besonders bei jenen aus benachteiligten Verhältnissen. Die Ergebnisse des Deutschen Schulbarometers 2025/26 haben eine hitzige Debatte darüber ausgelöst, wie Schulen auf diese Herausforderungen reagieren sollten. Kritiker monieren, dass die aktuellen Vorschläge die tieferliegenden strukturellen Probleme nicht angehen.

Die jüngste Ausgabe des Deutschen Schulbarometers der Robert Bosch Stiftung, veröffentlicht am 18. März 2026, benennt mehrere Ursachen für den Anstieg psychischer Belastungen in Schulen: hoher Leistungsdruck, geringe Mitspracherechte der Schülerinnen und Schüler sowie ein schlechtes Klassenklima. Zudem zeigt der Bericht, dass schulische Sozialarbeit und psychologische Betreuung – die nur an 75 Prozent der Schulen verfügbar sind – den Bedarf bei Weitem nicht decken. Der tatsächliche Bedarf wird auf das Doppelte geschätzt. Als Lösungsansätze werden eine bessere Unterrichtsqualität und mehr Partizipation der Lernenden empfohlen.

Der Philologenverband Nordrhein-Westfalen (PhV) sieht sich wegen seiner Reaktion auf die Studienergebnisse massiver Kritik ausgesetzt. Vorwürfe kommen unter anderem vom Landeselternverband für Integrative Schulen (LEiS-NRW), der dem PhV vorwirft, sich zu einseitig auf traditionelle Gymnasialstrukturen zu konzentrieren. LEiS-NRW argumentiert, dieser Ansatz verschärfe soziale Ungleichheiten, indem alternative Schulmodelle ignoriert würden.

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Als Gegenentwurf schlägt LEiS-NRW ein integriertes Schulsystem vor, in dem Schülerinnen und Schüler länger gemeinsam lernen und individuelle Förderung erhalten. Vorstandsmitglied Harald A. Amelang bezeichnete die Haltung des PhV als eine "langjährige und ebenso engstirnige Perspektive auf Bildungspolitik". Der Verband wirft dem PhV vor, zentrale bildungspolitische Fragen auszublenden und an veralteten Systemen festzuhalten, statt Ungleichheiten aktiv zu bekämpfen.

Im Mittelpunkt der Diskussion steht die Frage, wie Schulen sich wandeln müssen, um Stress bei Schülerinnen und Schülern zu verringern und soziale Ungleichheiten abzubauen. Während das Schulbarometer eine Verbesserung der Unterstützungsangebote und Lehrmethoden fordert, pocht LEiS-NRW auf strukturelle Reformen durch integriertes Lernen. Die Position des PhV bleibt umstritten – Kritiker fordern einen Abschied von überkommenen Schulmodellen.

Quelle