Revolution in der Stammzellforschung: Automatisierte Großserienfertigung von Therapien geplant
Jakob WagnerRevolution in der Stammzellforschung: Automatisierte Großserienfertigung von Therapien geplant
Neues Forschungsprojekt soll Produktion von Stammzelltherapien revolutionieren
Mit dem Namen „RauPE“ startet eine Initiative, die ein automatisiertes System zur Großserienfertigung von stammzellbasierten Therapien entwickeln will. Ziel des Projekts ist es, die Kosten zu senken und fortschrittliche Behandlungen einer breiteren Patientengruppe zugänglich zu machen.
Beteiligt sind das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT, die BioThrust GmbH und das Universitätsklinikum Essen. Im Mittelpunkt steht die Erforschung von extrazellulären Vesikeln (EVs) – winzigen Partikeln, die von Stammzellen freigesetzt werden und vielversprechende Ansätze für die Behandlung degenerativer Erkrankungen sowie bestimmter Krebsarten bieten. Da diese empfindlichen Strukturen präzise verarbeitet werden müssen, um ihre Wirksamkeit zu erhalten, ist eine sorgfältige Handhabung entscheidend.
Die BioThrust GmbH hat bereits Membranreaktor-Kartuschen entwickelt, die eine schonende und skalierbare Vermehrung sensibler Stammzellen ermöglichen. Im Rahmen von „RauPE“ sollen diese nun in eine vollautomatisierte Plattform integriert werden. Das System wird auf den immortalisierten mesenchymalen Stammzellen (ciMSCs) des Universitätsklinikums Essen basieren, die speziell für therapeutische Anwendungen optimiert wurden.
Das Fraunhofer IPT übernimmt die Leitung bei der Einbindung des gesamten Produktionsprozesses in seine AUTOSTEM-Laborplattform, um Effizienz und Sicherheit in der Herstellung zu gewährleisten. Gefördert wird das Vorhaben über das EFRE.NRW-Programm durch das Land Nordrhein-Westfalen und die Europäische Union. Die Arbeiten beginnen offiziell im Juli 2024 und sind auf drei Jahre angelegt.
Die fertige Plattform soll die Produktion von Therapien auf Basis extrazellulärer Vesikel deutlich vereinfachen. Durch die Automatisierung zentraler Schritte erhofft sich das Team sinkende Kosten und eine bessere Verfügbarkeit für Patienten, die auf diese innovativen Behandlungen angewiesen sind.
Mit „RauPE“ entsteht ein skalierbares, automatisiertes System für die Herstellung von Stammzelltherapien. Bei Erfolg könnte das Projekt die Produktionskosten senken und den Zugang zu hochmodernen Behandlungen erweitern. Die dreijährige Initiative markiert einen wichtigen Schritt hin zur Industrialisierung der regenerativen Medizin.






