Renault revolutioniert Batterie-Logistik: Akkus als wertvolle Ressource statt Müll
Lotta HofmannRenault revolutioniert Batterie-Logistik: Akkus als wertvolle Ressource statt Müll
Renault Gruppe gestaltet Batterie-Lieferkette neu und behandelt Akkus als wertvolle Vermögenswerte statt als Wegwerfartikel
Der Wandel kommt zu einer Zeit, in der Batterien bis zu 30 Prozent des Gesamtwerts eines Fahrzeugs ausmachen und strengen Vorschriften für Gefahrgüter unterliegen. Israfil Beker, bei Renault verantwortlich für die Aftersales-Lieferkette im Bereich Elektrofahrzeuge, erläuterte das neue Konzept kürzlich in einem Interview mit Automotive Logistics.
Das neue Modell basiert auf einem 360-Grad-Netzwerk, in dem jeder Teilnehmer gleichzeitig Lieferant und Kunde ist. Händler, Werkstätten, Lager und Recyclingunternehmen tauschen nun Bauteile in alle Richtungen aus. Dieses Kreislaufsystem hilft Renault, Lagerbestandsprobleme zu bewältigen und gleichzeitig mehr Fahrzeuge auf der Straße zu halten.
Um Stillstandszeiten zu verkürzen, führte das Unternehmen automatisierte Batterie-Wechselstationen ein. Diese können einen Akku in weniger als fünf Minuten austauschen – etwa bei Modellen wie dem Renault Fluence Z.E. In Deutschland hat der Partner Ubitricity, eine Tochtergesellschaft von Shell, seit 2023 Stationen in Städten wie Berlin und München in Betrieb genommen.
Doch das System steht vor Herausforderungen. Der Echtzeit-Datenaustausch bleibt schwierig, da die ERP-, WMS- und TMS-Systeme der Partner oft inkompatibel sind. Zudem variieren die regulatorischen Vorgaben für Batterien stark – selbst innerhalb eines Landes wie Deutschland können sie sich unerwartet ändern. Trotzdem verfeinert Renault weiterhin seinen Ansatz und betrachtet Kreislaufwirtschaft als zentrales betriebliches Instrument.
Die Strategie des Konzerns unterstreicht die wachsende Bedeutung der Batterielogistik in der Elektrofahrzeugproduktion. Indem Renault Akkus als langfristige Vermögenswerte behandelt, will das Unternehmen Abfall reduzieren und die Effizienz steigern. Der Erfolg des Modells hängt jedoch davon ab, in den kommenden Jahren die Hürden bei Datenmanagement und Regulierung zu überwinden.






