18 June 2026, 20:04

Oper oder Profit: Warum Städte ihre kulturelle Seele riskieren

Sehr geehrter Moritz Doebler,

Oper oder Profit: Warum Städte ihre kulturelle Seele riskieren

Die Debatte über den Wert der Oper ist neu entfacht, nachdem eine prominente Medienpersönlichkeit deren kulturelle Bedeutung abgetan hat. Im Mittelpunkt der Diskussion steht die Frage, ob Städte finanzielle Gewinne oder die immateriellen Vorteile der Kunst priorisieren sollten.

Der Autor erinnert sich an seine Zeit als Chefredakteur des Weser-Kuriers in Bremen, als sein Fokus auf Zahlen, Umsätzen und persönlicher Profilierung lag – nicht auf kulturellen Investitionen. Heute, als Chefredakteur der Rheinischen Post in Dortmund, lehnt er weiterhin den Bau eines Opernhauses ab und begründet dies mit den hohen Sanierungskosten in Köln und umliegenden Spielstätten.

Dem stellt er seine eigene Haltung gegenüber: Oper fördere den Diskurs, verbinde Gemeinschaften und bereichere eine Stadt über rein wirtschaftliche Maßstäbe hinaus. Er warnt, dass Opernhäuser gänzlich verschwinden könnten, wenn sich andere Städte dieser rein finanziellen Logik anschlössen. Die Düsseldorfer Oper etwa beschäftigt 570 Menschen und unterstützt durch Musikschulen und Bibliotheken die Bildung lokaler Kinder.

Der Konflikt verdeutlicht die Spaltung zwischen denen, die Kultur als finanzielle Belastung betrachten, und jenen, die ihren weiterreichenden Nutzen schätzen. Ohne Förderung für Einrichtungen wie Opernhäuser riskieren Städte nicht nur den Verlust von Arbeitsplätzen, sondern auch den Zusammenhalt, den sie stiften.

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