20 April 2026, 16:07

NRW führt neues Punktesystem für Ökobilanz von Freiflächen-Solaranlagen ein

Balkendiagramm, das große Solarfarmen im Jahr 2022 mit ihren Leistungsfaktoren und begleitendem Erlöuterungstext zeigt.

NRW führt neues Punktesystem für Ökobilanz von Freiflächen-Solaranlagen ein

Nordrhein-Westfalen hat neue Richtlinien für die Bewertung der ökologischen Auswirkungen von Freiflächen-Solaranlagen veröffentlicht. Die Landesanstalt für Natur, Umwelt und Klimaschutz hat die Regeln erarbeitet, um die Berechnung von Ausgleichsmaßnahmen für die Flächennutzung durch Projektentwickler zu standardisieren. Das System vergibt Punkte von null bis fünf – je nach Verträglichkeit der verschiedenen Bereiche mit der Natur.

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Die Leitlinien führen eine Bewertungsmethode ein, um Teile einer Photovoltaikanlage zu klassifizieren. Flächen direkt unter den Solarmodulen erhalten in der Regel einen Punkt und gelten damit ökologisch als vergleichbar mit Schotterwegen. Teilversiegelte Flächen wie Schotterpfade werden ebenfalls mit einem Punkt bewertet, während vollständig versiegelte Bereiche – etwa Zufahrtsstraßen – null Punkte erhalten und vollumfänglich ausgeglichen werden müssen.

Die Bewertung der Zwischenräume zwischen den Modulreihen hängt vom angestrebten Biotoptyp ab. Diese Flächen können in der ökologischen Bilanz abgewertet werden, wenn sie bestimmte Standards nicht erfüllen. Für eine naturnahe Gestaltung empfiehlt die Behörde Reihenabstände von mindestens fünf Metern sowie Modultische mit einer lichten Höhe von mindestens 0,8 Metern darunter.

Nordrhein-Westfalen plant, seine Solarkapazität bis 2030 auf 21 bis 27 Gigawatt und bis 2040 auf 50 Gigawatt auszubauen. Die neuen Richtlinien sollen sicherstellen, dass Ausgleichsberechnungen im gesamten Bundesland einheitlich erfolgen. Der Bundesverband Erneuerbare Energie hat jedoch die wissenschaftliche Grundlage der Punktvergabe infrage gestellt und kritisiert, dass die Bewertungen für Flächen unter und zwischen den Modulen zu niedrig angesetzt seien.

Die Leitlinien bieten einen Rahmen, um den Ausbau der Solarenergie mit dem ökologischen Schutz in Einklang zu bringen. Projektentwickler müssen bei der Planung neuer Anlagen nun das Punktesystem anwenden. Der Staat erhofft sich, dass die Regeln helfen, die Ziele für erneuerbare Energien zu erreichen, ohne lokale Ökosysteme übermäßig zu belasten.

Quelle