Munster-Kaserne könnte erstmals nach einer Soldatin benannt werden
Historischer Wandel in der Munster-Kaserne: Erste Benennung nach einer Soldatin?
An der Hindenburg-Kaserne in Munster könnte bald ein historischer Wechsel anstehen: Geplant ist die Umbenennung der Anlage in Friederike-Krüger-Kaserne – zu Ehren einer Frau, die während der Napoleonischen Kriege als Mann verkleidet kämpfte. Sollte der Vorschlag genehmigt werden, wäre dies das erste Mal, dass eine deutsche Kaserne nach einer Soldatin benannt wird.
Friederike Krüger diente im frühen 19. Jahrhundert in der 4. Kompanie des 1. Bataillons des 9. Infanterie-Regiments. Für ihre Tapferkeit erhielt sie das Eiserne Kreuz und wurde später mit vollen militärischen Ehren beigesetzt. Trotz ihrer Verdienste hat die Bundeswehr die Umbenennung bisher noch nicht offiziell bestätigt.
Bisher tragen in Deutschland nur zwei Kasernen die Namen von Frauen – die Gräfin-von-Maltzan-Kaserne in Ulmen und die Augusta-Kaserne in Koblenz. Beide Namensgeberinnen waren jedoch keine Soldatinnen. Die geplante Umbenennung spiegelt die wachsende Anerkennung der Leistungen von Frauen im Militär wider.
Seit Januar 2001 sind in Deutschland alle militärischen Positionen für Frauen geöffnet. Das Soldatengleichstellungsgesetz strebt einen Frauenanteil von mindestens 20 Prozent in den Streitkräften an. Aktuell liegt der Anteil der Soldatinnen jedoch bei etwas über 13 Prozent. In Kampftrupps – ohne Sanitätsdienste – sinkt die Zahl sogar auf unter 10 Prozent.
Die endgültige Entscheidung über die Umbenennung liegt beim Bundesminister der Verteidigung. Wird der Vorschlag angenommen, würde die Friederike-Krüger-Kaserne ein Novum in der deutschen Militärgeschichte darstellen und die zunehmende Wertschätzung für die Rolle von Frauen in der Armee unterstreichen. Das Ergebnis hängt nun von der Prüfung durch den Minister ab.






