28 March 2026, 14:07

Monatelange Zugverspätungen zwischen Köln und Hagen – warum die Bahn nicht pünktlicher wird

Eine Gruppe von Menschen steht um einen Zug auf Schienen mit einigen im Zug und anderen auf dem Boden, vor Gebäuden und Bäumen, mit Text unten lesend "Ludwigs-Eisenbahn, der erste Bahnhof in Deutschland".

Monatelange Zugverspätungen zwischen Köln und Hagen – warum die Bahn nicht pünktlicher wird

Fahrgäste zwischen Köln und Hagen müssen sich auf monatelange Verspätungen einstellen – verursacht durch umfangreiche Bauarbeiten. Die Einschränkungen am Bahnhof Wuppertal-Barmen dauern bis zum Sommer an und verschärfen die ohnehin schon angespannte Lage im Schienennetz Nordrhein-Westfalens. Nun diskutieren Verantwortliche und Experten über die tieferliegenden Ursachen – und mögliche Lösungen – für die chronischen Zugprobleme in Deutschland.

Seit dem 6. Februar 2026 ist die Strecke Köln–Hagen schwer beeinträchtigt, die Arbeiten sollen erst am 10. Juli abgeschlossen sein. Anschließend beginnt ein weiteres Großprojekt auf der Linie Köln–Wiesbaden, das bis zum 12. Dezember andauert. Trotz dieser Bemühungen räumte die Deutsche Bahn Ende März ein, dass keiner der zehn geplanten Korridor-Sanierungen in Nordrhein-Westfalen bisher fertiggestellt werden konnte.

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Verkehrsminister Oliver Krischer betont die Dringlichkeit der Reparaturen und bezeichnet sie als unverzichtbar für das marode Schienennetz der Region. Dennoch halten die Verspätungen an – unter anderem, weil es an Abnahmeprüfern mangelt, die die renovierten Strecken freigeben müssen. Ohne ausreichend Personal verzögert sich die Wiederinbetriebnahme, sodass Fahrgäste über längere Zeit auf Ersatzbusse ausweichen müssen.

Die Deutsche Bahn führt die meisten Verspätungen auf die alternde Infrastruktur zurück und behauptet, 80 Prozent der Störungen gingen auf Gleisprobleme zurück. Doch der Bahnexperte Christian Böttger hält diese Zahl für übertrieben. Seiner Meinung nach spielen andere Faktoren – wie ein überlastetes Netz – eine weit größere Rolle. Selbst bei makellosen Gleisen, so Böttger und andere Fachleute, würde sich die Pünktlichkeit nicht automatisch verbessern, solange die Auslastung nicht sinkt.

Der Bundesrechnungshof kritisiert sowohl das Management der Deutschen Bahn als auch die Bundesregierung, weil sie die langjährigen Missstände nicht in den Griff bekommen. Einige Experten schlagen vor, das Angebot zu reduzieren, um das System zu entlasten – mit Regionalzügen als erste Streichungskandidaten. Die Deutsche Bahn lehnt dies jedoch ab und versichert, trotz überlasteter Abschnitte keine Fahrplankürzungen vorzunehmen.

Für Reisende auf Strecken wie Köln–Hagen bedeutet das: Sie müssen sich auf weitere Monate der Behinderungen einstellen. Die laufenden Sanierungen sind Teil einer größeren Modernisierungsoffensive für das Schienennetz Nordrhein-Westfalens, bei der in den kommenden Jahren acht weitere Korridore instand gesetzt werden sollen. Doch solange Personalmangel und Netzüberlastung nicht behoben werden, könnten Verspätungen ein Dauerproblem bleiben.

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